Der Stoffverteilungsplan im Referendariat – so gelingt dir der Einstieg!

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Der Stoffverteilungsplan im Referendariat – so gelingt dir der Einstieg!

Das Referendariat hat gerade begonnen und schon warten zahlreiche neue Aufgaben auf dich. Neben Seminarveranstaltungen, Unterrichtsvorbereitung und organisatorischen Verpflichtungen steht häufig eine besonders umfangreiche Aufgabe an: der Stoffverteilungsplan.

Vielleicht sitzt du gerade vor dem LehrplanPLUS, hast verschiedene Schulbücher vor dir liegen und fragst dich: Wo fange ich überhaupt an? Welche Themen muss ich wann behandeln? Und wie soll ich das alles auf ein ganzes Schuljahr verteilen?

Keine Sorge: Mit einer guten Struktur lässt sich auch diese Aufgabe Schritt für Schritt bewältigen.

In diesem Beitrag erfährst du, wie du bei der Erstellung deines ersten Stoffverteilungsplans vorgehen kannst.

1. Was ist ein Stoffverteilungsplan überhaupt?

Ein Stoffverteilungsplan ist eine Übersicht darüber, welche Unterrichtsinhalte und Kompetenzen du innerhalb eines bestimmten Zeitraums behandeln möchtest.

Er dient dir als Orientierung für das Schuljahr und hilft dabei, die Inhalte des Lehrplans sinnvoll auf die verfügbaren Unterrichtswochen zu verteilen.

Dabei geht es nicht darum, jede einzelne Unterrichtsstunde bereits Monate im Voraus durchzuplanen. Vielmehr soll eine realistische Jahresübersicht entstehen, die dir Sicherheit bei deiner weiteren Unterrichtsplanung gibt.

2. Welche Unterlagen benötigst du?

Bevor du mit der eigentlichen Planung beginnst, solltest du dir zunächst alle wichtigen Unterlagen zusammenstellen.

Dazu gehören:

  • Ein Jahresplaner (großer Kalender)

  • Der LehrplanPLUS für das entsprechende Fach und die Jahrgangsstufe

  • Dein Stundenplan

  • Der schulische Kalender mit Ferien und Feiertagen

  • Informationen zu Schulveranstaltungen, Projekttagen und besonderen Terminen (z.B. Wandertage, Praktika etc.)

  • Das verwendete Schulbuch und ergänzende Unterrichtsmaterialien

Tipps aus dem Alltag:

In Schulen gibt es oft interne digitale Ordner, die zum Sammeln von Materialen dienen. Hier lassen sich auch Stoffverteilungspläne vergangener Schuljahre finden, die du als Grundlage nutzen kannst. Falls deine Einsatzschule keine digitalen Sammlungen bereitstellt, kannst du bei Jahrgangsstufen-Kollegen nachzufragen, ob es bereits Stoffverteilungspläne gibt. Mittlerweile gibt es viele Schulbücher online aufbereitet (z.B. in der BiBox von Westermann). Auch hier kannst du Stoffverteilungspläne finden. Einfach bei der Schulleitung nach einer Lizenz fragen.

3. Den LehrplanPLUS richtig nutzen

Der LehrplanPLUS bildet die fachliche Grundlage deiner Planung.

Lies dir zunächst die grundlegenden Kompetenzen und den Fachlehrplan der entsprechenden Jahrgangsstufe durch.

Achte besonders auf die ausgewiesenen Lernbereiche, Kompetenzerwartungen und zugehörigen Inhalte.

Wichtig ist: Der LehrplanPLUS gibt dir einen verbindlichen Rahmen, aber keine fertige Reihenfolge für jede einzelne Unterrichtsstunde vor.

Du hast pädagogischen Gestaltungsspielraum und kannst Inhalte beispielsweise miteinander verknüpfen oder an die Lernvoraussetzungen deiner Klasse anpassen.

Versuche deshalb zunächst zu verstehen, welche Kompetenzen deine Schülerinnen und Schüler im Laufe des Schuljahres erwerben sollen.

4. Unterrichtsthemen sammeln und strukturieren

Im nächsten Schritt geht es darum, aus den Vorgaben des Lehrplans konkrete Unterrichtsthemen und mögliche Unterrichtssequenzen abzuleiten.

Gehe dabei systematisch vor:

  1. Sammle die relevanten Lernbereiche und Inhalte. Das Schulbuch hilft hier sehr, da bereits Inhalt sinnvoll strukturiert wurden. Seminarleiter*innen verweisen auch auch auf das Schulbuch und wollen sehen, dass du dieses auch nutzt.

  2. Überlege, welche Themen sich sinnvoll miteinander verbinden lassen.

  3. Ordne die Themen in eine nachvollziehbare Reihenfolge.

  4. Berücksichtige mögliche fächerübergreifende Verknüpfungen.

  5. Prüfe, ob die Reihenfolge für deine Jahrgangsstufe und Lerngruppe sinnvoll ist.

Ein wichtiger Gedanke: Nicht jedes Thema muss isoliert behandelt werden. Häufig ergeben sich sinnvolle Zusammenhänge zwischen verschiedenen Lernbereichen und Unterrichtsfächern. Seminarleiter*innen wollen sehen, dass du verstehst, dass Lerninhalte und Kompetenzen fächerübergreifend aufgebaut werden müssen, um das Lernen erfolgreich zu gestalten. Denke in deinem Stoffverteilungsplan also unbedingt an fächerübergreifendes Lernen!

5. Die Themen auf das Schuljahr verteilen

Jetzt kommt der Teil, der vielen Referendaren zunächst besonders schwerfällt: die zeitliche Planung.

Überlege zunächst, wie viele Unterrichtswochen und Unterrichtsstunden dir tatsächlich zur Verfügung stehen. Zähle unbedingt nach!

Berücksichtige dabei (Bitte sofort in deinen Jahreskalender eintragen!)

  • Schulferien und Feiertage

  • Klassenfahrten und Wandertage

  • Projekte und schulische Veranstaltungen

Verteile anschließend deine geplanten Unterrichtssequenzen auf die verfügbaren Zeiträume.

Tipps aus dem Alltag:

Wie weiß ich denn, wie viele Unterrichtsstunden ich für ein Thema brauche? Man sagt pro Buchseite braucht man ca. eine Unterrichtsstunde. Am Ende findet meistens ein Leistungsnachweis statt. Plane dabei unbedingt zeitliche Puffer ein. Ein Stoffverteilungsplan sollte eine realistische Orientierung bieten und nicht dazu führen, dass du bereits im Oktober unter Zeitdruck gerätst. Vor allem an der Mittelschule sind Wiederholungsstunden sinnvoll, um sicherzugehen, dass die Kinder das Thema durchdrungen haben. Plane daher vor einem Leistungsnachweis gerne eine Stunde extra. Und keine Sorge - alle brauchen meistes länger um ein Thema abzuschließen, als man am Anfang gedacht hat.

6. Warum du nicht alles bis ins kleinste Detail planen solltest

Gerade zu Beginn des Referendariats entsteht häufig der Wunsch, das gesamte Schuljahr möglichst vollständig durchzuplanen.

Das ist verständlich, aber nicht unbedingt sinnvoll.

Du wirst im Laufe des Schuljahres feststellen, dass manche Themen mehr Zeit benötigen als ursprünglich gedacht. Andere Inhalte lassen sich möglicherweise schneller behandeln. Auch die Lernvoraussetzungen deiner Klasse spielen eine wichtige Rolle.

Betrachte deinen Stoffverteilungsplan deshalb als Arbeitsgrundlage, die du im Laufe des Schuljahres regelmäßig überprüfen und anpassen kannst und darfst.

  • Häkchen setzen, wenn ein Thema abgeschlossen ist

  • Schwierigkeiten oder Gelungenes schriftlich anfügen

  • Falls Themen zeitlich getauscht werden, bitte unbedingt schriftlich festhalten

Seminarleiter*innen wollen sehen, dass erstellte Stoffverteilungspläne im Schuljahr weiter bearbeitet werden.

Du möchtest direkt mit deiner eigenen Planung starten?

Mit dem passenden Material von DAS REFI.STUDIO kannst du deine Themen strukturiert sammeln, Unterrichtswochen sinnvoll einteilen und deinen persönlichen Stoffverteilungsplan Schritt für Schritt erstellen.

Los gehts :)

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