Mütter und ihr Alltag

Liebe Mütter,

ich weiß, wie hart es sein kann, sich um alle Mitglieder des Haushalts zu kümmern und sich selbst „hinten anzustellen“. Ihr Mütter wisst genau, was ich meine ;D. Umso trauriger ist es, wenn Menschen im Alltag meinen, Mütter belehren oder zurechtweisen zu müssen.

Genau das ist mir passiert, und ja, es beschäftigt mich und ich bekomme es nicht aus meinem Kopf (obwohl das eigentlich das Beste wäre).

Ich ging mit meinem 11-jährigen Sohn zum Zahnarzt, da er sein erstes „Loch im Zahn“ hatte. Ich durfte glücklicherweise mit in das Behandlungszimmer und sogar mein Kleiner (zwei Jahre alt) durfte auf meinem Schoß das Geschehen beobachten, was ich als sehr kulant empfand.

Dann betrat die Zahnärztin den Raum und hielt kurz Smalltalk mit meinem Sohn. Sie schaute ihm in den Mund und ihre Laune verschlechterte sich zusehends mit dem, was sie dort sah: Sie fragte sehr unfreundlich, warum mein Sohn vier Stellen an den Backenzähnen habe und wir seit fünf Jahren nicht zur Kontrolle gewesen seien. Dann sah sie auch noch einen Milchzahn, der hinter dem neuen Zahn stand. „Gucken Sie denn nie in den Mund Ihres Kindes?“, fragte sie mich in einem strengen Ton.

Ich lächelte nur, denn was soll man darauf antworten?! Ja, natürlich habe ich es versäumt, regelmäßige Kontrolltermine auszumachen und ich habe den alten Zahn hinter dem „neuen“ nicht bemerkt. Aber wäre es nicht so viel wertvoller gewesen, Hilfe und Aufklärung anzubieten, statt eine Mutter vor ihren Kindern so anzugehen?

Jeder weiß, wie die Welt am besten funktioniert. Wir wissen alle, dass man zur Vorsorge gehen sollte, dass Rauchen schädlich ist oder Plastik unsere Umwelt zerstört. Aber Vorwürfe schaffen kein Vertrauen.

Wir wissen auch, dass eine schlechte Ernährung Übergewicht und Folgeerkrankungen verursacht und trotzdem lassen wir die Menschen so sein wie sie sind und äußern dies nie, denn genau das ging mir nach dem Gespräch mit der Zahnärztin durch den Kopf.

Ich wünsche mir eine Welt, in der man einander mit Verständnis begegnet und sich gegenseitig unterstützt!

Liebe Mütter, lasst euch nicht unterkriegen … Wir machen Fehler, aber wir geben täglich unser Bestes!

Nicole Gründemann

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Tags: soziales lernen, mutter und kind, alltagskultur

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