Krank. Vertretung. Und jetzt? 5 TIPPS FÜR DIE ÜBERGABE

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Es ist 6:43 Uhr.
Du bist krank. Wirklich krank.

Und während dein Körper ziemlich eindeutig der Meinung ist, dass heute gar nichts mehr passiert, fällt dir ein:

Meine Klasse.

Irgendjemand wird sie heute übernehmen. Und dieser irgendjemand braucht jetzt Informationen von dir.

Also öffnest du halbwegs einäugig deinen Laptop und überlegst:
Was muss ich eigentlich alles aufschreiben?

Die gute Nachricht:Weniger, als du denkst.

1. Sag, was heute passieren soll

Nicht: Lehrplan, Kompetenzraster und pädagogische Gesamtkonzeption.

Sondern ein Satz.

„Die Kinder beschäftigen sich heute mit Rechtecken und gestalten daraus …“

Damit weiß die Vertretung, wohin die Reise geht. Mehr Orientierung ist gut. Ein Roman hilft um 7:15 Uhr niemandem.

2. Sorge dafür, dass niemand auf Schatzsuche gehen muss

„Die Kopiervorlage liegt irgendwo im grünen Ordner. Oder im blauen. Vielleicht auch auf meinem Schreibtisch.“

Schwierig. 😂

Alles, was gebraucht wird, sollte schnell auffindbar sein. Und wenn zusätzlich Scheren, Kleber oder anderes Material nötig sind: kurz dazuschreiben.

Je weniger gesucht werden muss, desto besser.

3. Mach den Anfang leicht

Die ersten Minuten entscheiden ziemlich viel.

Wenn die Vertretung erst fünf Minuten erklären muss, was die Kinder gleich machen sollen, wird aus einer einfachen Stunde schnell eine kleine Expedition.

Besser ist ein Einstieg, bei dem die Kindermöglichst schnell selbst ins Tun kommen.

Bild anschauen.
Etwas entdecken.
Loslegen.

4. Erlaube ausdrücklich, Dinge wegzulassen

Vielleicht läuft alles wunderbar.

Vielleicht aber auch nicht.

Dann hilft ein kleiner Satz wie:

„Wenn die Zeit knapp wird, Aufgabe 4 einfach weglassen.“

Das nimmt Druck raus. Die Vertretung muss nicht deinen perfekten Stundenplan retten. Sie soll mit deiner Klassegut durch diese eine Stunde kommen.

5. Verrate das, was man wirklich wissen sollte

„Partnerarbeit funktioniert gut.“

„Bei Gruppenarbeit bitte die Gruppen vorgeben.“

„Wenn es unruhig wird, kennen die Kinder dieses Zeichen.“

Solche Informationen können Gold wert sein.

Die komplette Geschichte deiner Klasse braucht dagegen niemand.

Nicht alles weitergeben, was du weißt. Sondern das, was dem anderen hilft.

Und dann?

Laptop zu.

Tee.

Bett.

Denn eine gute Übergabe erkennt man vielleicht genau daran:

Jemand anderes kann übernehmen, ohne dass du trotzdem noch irgendwie mit im Klassenzimmer sitzt.


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