
Alle Jahre wieder … nein, nicht Weihnachten. Die Wahl zum Jugendwort des Jahres steht an! Und plötzlich fühlen wir uns im Lehrerzimmer kollektiv so alt, als hätten wir die Zweite Lautverschiebung noch persönlich miterlebt. Wenn der Neuntklässler dir morgens attestiert, du hättest heute „minus Aura“, oder die Hausaufgabe als „komplett bodenlos“ abgewatscht wird, hilft weder ein strenger Blick noch das zärtliche Zücken des Dudens. Da hilft nur eins: Flucht nach vorn – und ab in die Didaktik!
Als bekennender Fan der Dichter und Denker schlägt mein Herz natürlich für Eichendorff und Schiller. Aber wenn wir mal ganz ehrlich sind: Wäre Goethes Werther heute am Leben, wäre er vermutlich der ultimative „NPC“ mit massiven „Red Flags“, der Lotte verzweifelt in die DMs slidet. Sprache lebt, atmet und – ja – mutiert. Genau das ist der perfekte Aufhänger, um das oft trockene Thema Sprachwandel in den Unterricht zu holen.
Anstatt wie die Großmutter von Vorgestern den „sprachlichen Verfall des Abendlandes“ zu beweinen, machen wir uns die Expertise unserer Schützlinge zunutze. Denn wer könnte besser über Jugendsprache referieren als die Jugend selbst? Also drehen wir den Spieß um: Die Schülerinnen und Schüler werden zu Sprachforscherinnen und -forschern ihrer eigenen Lebenswelt. Wir reisen sprachlich durch die Zeit – von den „steilen Zähnen“ der 60er über das „oberaffengeile“ Jahrzehnt der 80er bis hin zu den heutigen „Machern“.
Das absolute Highlight? Wenn die Lernenden die erarbeiteten Epochen-Slangs anwenden und ein klassisches Märchen umschreiben. Glaubt mir: Wenn Rotkäppchen als „absolute Ehrenfrau“ durch den Wald spaziert, den Wolf wegen seiner „sus Aura“ direkt „cancelt“ und am Ende alles wieder „mega chillig“ ist, bleibt im Klassenzimmer kein Auge trocken. Das ist nicht nur linguistisch wertvoll, sondern auch ein Fest für die Kreativität.
Bereit für eine Stunde, die Spaß macht und ganz nebenbei fundiertes Wissen zum Sprachwandel vermittelt? Dann schau mal rein und lasse dich inspirieren!
Egal ob als lockerer Einstieg in die Sprachbetrachtung oder als motivierendes Zwischenspiel – dieses Thema macht dir die Vorbereitung leicht. Du musst eigentlich nur noch ins Klassenzimmer gehen und deine eigene „Aura“ wirken lassen.
Viel Spaß beim Unterrichten – und bleibe lit! 🔥
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