Jedes Kind lernt anders – warum Konzentrationsschwierigkeiten kein Hindernis für erfolgreiches Lernen sind

0aff86c8-7434-4e89-aba4-bac8400d7b79.jpegJedes Kind lernt anders – und genau das ist seine Stärke

Wenn ich eines durch unsere Tochter gelernt habe, dann dieses: Es gibt nicht den einen richtigen Weg zu lernen.

Unsere Tochter ist eine kleine Träumerin. Sie ist neugierig, kreativ und hat viele Ideen im Kopf. Gleichzeitig fällt es ihr manchmal schwer, sich über längere Zeit auf klassische Lernaufgaben zu konzentrieren. Früher haben wir gedacht, sie müsse sich einfach nur mehr anstrengen. Heute wissen wir: Sie braucht einen anderen Zugang zum Lernen.

Und genau das hat für uns den entscheidenden Unterschied gemacht.

Konzentrationsschwierigkeiten bedeuten nicht mangelnde Intelligenz

Viele Kinder, die sich leicht ablenken lassen oder häufig in Gedanken versinken, verstehen die Lerninhalte genauso gut wie andere Kinder. Ihr Gehirn verarbeitet Informationen oft einfach auf eine andere Weise.

Sie nehmen ihre Umgebung intensiver wahr, denken kreativ, verknüpfen Informationen anders oder verlieren sich in ihrer Fantasie. Das kann im Schulalltag herausfordernd sein – sagt aber nichts darüber aus, wie klug oder lernfähig ein Kind ist.

Deshalb ist es wichtig, Konzentrationsschwierigkeiten nicht mit fehlender Begabung oder mangelndem Interesse gleichzusetzen.

Nicht jedes Kind lernt am besten mit Büchern und Arbeitsblättern

Was unserer Tochter geholfen hat, war ein spielerischerer Ansatz.

Statt lange Texte zu lesen oder Aufgaben stur nacheinander abzuarbeiten, haben wir angefangen, mit Bildern, Farben, kleinen Spielen und Bewegung zu arbeiten. Plötzlich war Lernen nicht mehr etwas, das sie "durchhalten" musste, sondern etwas, worauf sie sich einlassen konnte.

Kinder mit Konzentrationsschwierigkeiten profitieren häufig davon, wenn Lerninhalte abwechslungsreich präsentiert werden. Farben, Symbole, Geschichten oder kleine Rätsel sprechen mehrere Sinne gleichzeitig an und helfen dabei, die Aufmerksamkeit länger aufrechtzuerhalten. Auch kurze Lerneinheiten mit kleinen Pausen dazwischen sind oft erfolgreicher als eine lange Lernphase.

Kinder brauchen Erfolgserlebnisse

Ein Kind, das immer wieder hört: "Konzentrier dich doch endlich!", verliert mit der Zeit das Vertrauen in sich selbst.

Viel hilfreicher ist es, kleine Fortschritte sichtbar zu machen und Erfolgserlebnisse zu schaffen. Wenn Kinder merken: "Ich kann das!", wächst ihre Motivation ganz von allein.

Genau diese positiven Erfahrungen sind oft der Schlüssel zu nachhaltigem Lernen.

Es gibt keinen Standardweg

Jedes Kind bringt seine eigenen Stärken mit. Manche lernen über Sprache, andere über Bilder. Manche brauchen Bewegung, andere Ruhe. Manche verstehen Zusammenhänge sofort, brauchen aber Unterstützung dabei, ihre Aufmerksamkeit zu lenken.

Deshalb lohnt es sich, verschiedene Lernmethoden auszuprobieren und offen dafür zu sein, dass der Lernweg eines Kindes ganz anders aussehen darf als der eines anderen.

Unsere Erkenntnis

Seit wir den Druck herausgenommen und das Lernen an die Bedürfnisse unserer Tochter angepasst haben, erleben wir deutlich mehr Freude am Lernen – und gleichzeitig bessere Ergebnisse.

Nicht, weil sie plötzlich ein anderer Mensch geworden ist.

Sondern weil wir aufgehört haben, von ihr zu erwarten, auf dieselbe Weise zu lernen wie alle anderen.

Denn manchmal braucht ein Kind keine strengere Struktur, sondern einen bunteren Weg.

Und genau darin liegt oft seine größte Stärke.

Tags: konzentration, konzentrationsforderung, spielerisch lernen

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