Spicken zwecklos! 5 praxiserprobte Tipps gegen das Abschreiben bei Lektüretests

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

Wer kennt es nicht? Bei Lektüretests wird gerne mal beim Nachbarn gespickt oder kurz getuschelt. Die aufkommende Unruhe sorgt für zusätzlichen Stress im Klassenzimmer. Damit deine nächste Lernzielkontrolle absolut fair, schummelfrei und bis zur letzten Minute in Ruhe abläuft, habe ich hier 5 einfache, aber hocheffektive Tipps aus meiner eigenen Unterrichtspraxis für dich:

💡 5 Tipps gegen das Abschreiben bei Tests

1. Der Klassiker: Gruppe A und Gruppe B

Klingt nach viel Arbeit, ist es aber nicht und bewirkt Wunder! Wenn Tischnachbarn unterschiedliche Versionen vor sich liegen haben, verfliegt die Lust am Abschreiben ganz schnell.

  • Praxistipp: Du musst dafür nicht zwei völlig neue Tests erfinden. Es reicht völlig, wenn du in der Word-Datei einfach die Reihenfolge der Fragen durchmischst oder die Antwortoptionen (A, B, C, D) vertauschst.

2. Sichtschutz aus Pappkartons

Einfach, günstig, genial: Nutze aufstellbare Sichtschutzwände!

Beim Test stellt jede Schülerin und jeder Schüler eine „Sichtschutzwand“ auf den Tisch. Die Kinder können auch standardisierte Stehordner mitbringen oder eigene Schulbücher aufstellen. Das schafft eine fokussierte Arbeitsatmosphäre und nimmt die visuelle Ablenkung.

3. Knappe, aber faire Zeitvorgaben

Wer das Buch gelesen hat, braucht für einen Multiple-Choice-Test keine Ewigkeit. Wenn du die Bearbeitungszeit passgenau und straff kalkulierst, bleibt den Schülerinnen und Schülern keine Zeit, um ständig nach links oder rechts zu schauen. Wenn die ersten 10-15 Schülerinnen und Schüler den Test abgegeben haben, kannst du die verbleibende Zeit mitteilen oder ggf. anpassen. Lege dich nach Möglichkeit vorab zeitlich nicht fest, wenn du eine faire Bearbeitungszeit nicht abschätzen kannst! Wenn der Großteil der Kinder zu wenig Zeit bekommt, sorgt das für Unruhe und ist aus pädagogischer Sicht nicht sinnvoll.

4. Absolute Ruhe und klare Spielregeln

Prävention beginnt mit unmissverständlichen Ansagen. Während der gesamten Bearbeitungszeit herrscht im Klassenzimmer ein absolutes Sprechverbot. Wer eine Frage hat, stellt diese nicht dem Nachbarn, sondern meldet sich leise. Wichtig: Diese Regel gilt ausnahmslos so lange, bis auch die letzte Person ihren Test abgegeben hat. Das nimmt auch die typische Unruhe aus der Schlussphase, in der sonst noch Ergebnisse zugerufen oder abgeguckt werden.

5. Präsenz zeigen durch Raumregie (ständiges Kontrollieren)

Lass den Blick aktiv durch die Reihen schweifen und behalte die Klasse im Auge (nach Kounin: Allgegenwärtigkeit!). Gehe regelmäßig im Raum umher, wechsle bewusst deine Position und nutze deine körperliche Präsenz. Indem du dich im Klassenzimmer bewegst und den Schülerinnen und Schülern auch mal von hinten oder von der Seite über die Schulter schaust, veränderst du die Perspektive. Das signalisiert permanente Aufmerksamkeit und nimmt potenziellen Spickern von vornherein den Mut.

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Viel Erfolg bei der nächsten Lektürephase! 😊

Hauke Harrsen

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