Tierfreier Zirkus - Startschuss zum Umdenken

Der Zirkus Roncalli macht es vor. In den 1990er Jahren verzichtete er bereits auf den Einsatz von Wildtieren und letztes Jahr entließ er seine Pferde aus der Manege. Stattdessen setzt er auf noch mehr poetische Momente und focussiert sich auf außergewöhnliche gute Akrobatik, Zauberei und Clownerie.
Tiere haben in Zirkussen oft wenig zu lachen. Egal wie sehr sich ein Zirkus anstrengt, es den Tieren gutgehen zu lassen - eigentlich ist es vorprogrammiert, dass dies nicht klappen kann:
- Es gibt viel zu wenig Bewegungsmöglichkeiten - viele Tiere würden sich in einem natürlichen Umfeld den ganzen Tag bewegen und nicht nur zu den Zeiten in der Manege, in denen ja auch ein vorher einstudiertes Programm abverlangt wird.
- Auf das natürliche Sozialverhalten der Tiere kann unter Zirkusbedingungen nur wenig Rücksicht genommen werden. Elefanten leben z.B. natürlicherweise in matriacharlischen Familienstrukturen. Verwandte weibliche Elefanten tun sich zusammen und ziehen gemeinsam den Nachwuchs groß. Das sind gewachsene Beziehungen, die Schutz und Sicherheit bieten. Auf so etwas wird in Zirkussen wenig geachtet und es werden einfach Elefanten miteinander vergesellschaftet, die sich teils gar nicht kennen.
- Das ständige Reisen zu neuen Auftrittsorten ist sehr stressig für die Tiere. Immer wieder neue Eindrücke, kein vertrautes Umfeld, Reisen in engen Gehegen, all das entspricht nicht den wahren Bedürfnissen.
- Das viele Stillstehenmüssen verursacht Krankheiten. Tiere entwickeln körperliche sowie psychische Beschwerden und sterben früher als es sein müsste. In Gefangenschaft gehaltene Wildtiere erreichen sehr oft nicht die Lebenserwartung, die einem natürlichen Zustand nach zu erwarten wäre - nicht einmal in Zoos.
Mit meiner Lesespur möchte ich darauf aufmerksam machen und gerade schon Kinder dafür sensibilisieren. Als Kind z.B. habe ich mich in Zirkussen mit Tieren immer ambivalent gefühlt und konnte nie so genau sagen, woher dieses merkwürdige Gefühl stammt. Jetzt ist mir das klar. Ich möchte meinen Teil dazu beitragen, dass die Menschen immer genauer hinsehen, was sie den Tieren eigentlich antun.
Die Lesespur vermittelt Informationen und ist dennoch undogmatisch. Mir geht es nicht darum, einen Zirkusbesuch zu verteufeln - im Gegenteil: ein Zirkusbesuch kann eines der schönsten Erlebnisse für ein Kind sein. Ob dazu Tiernummern zählen müssen, muss jeder für sich selbst entscheiden.
Liebe Grüße
Jana von Lernzauber
(Illustration des Bären: Kate Hadfield)
Tags: / selbständiges Lernen / Üben / Wiederholen / Festigen / Vertretungsunterricht / Fördern / Fordern / Freiarbeit / Stationenarbeit, #autorenbeilehrermarktplatz, #grundschule, #lesefreude, #lesen, Lesespur, Lesespurgeschichte, Lesespurgeschichten, Leseförderung, Lese-Mal-Blätter
Wenn du den Blog-Artikel magst dann klicke auf das Herz. Das hilft uns zu verstehen, welche Artikel besonders lesenswert sind.
1