Ich habe im Unterricht leider häufig ein Problem, das ihr vielleicht auch kennt. Egal, ob es im Sachunterricht gerade um Korn und Brot geht oder darum, wo Äpfel und Milch herkommen – ich stoße oft an die überraschend schnell erreichten Grenzen der Erfahrungswelt meiner SchülerInnen. Dann muss ich erklären, warum man in der Steinzeit nicht einfach zum Supermarkt gehen konnte und warum der Müll nicht aus den Tonnen „gezaubert“ wird.
So oft wie möglich unternehme ich Ausflüge zur nahegelegenen Obstwiese, besuche Kirchen und Moscheen, die Feuerwehr oder das Rathaus. Aber wie ein Getreidefeld aussieht, weiß trotzdem kaum jemand – und ein Ausflug ans Meer ist für viele Kinder schlicht nicht machbar.
Da, wo Bilder und YouTube-Videos an ihre Grenzen stoßen und Kinder anfangen, Löcher in ihre Radiergummis zu bohren, statt zur Tafel zu schauen, habe ich versucht anzusetzen und etwas Neues zu entwickeln.
Genau deshalb habe ich vor einiger Zeit dieweltzuhause.de eingerichtet.
Die Idee dahinter ist eigentlich ziemlich simpel: Kinder können Orte über 360°-Ansichten erkunden – vom Wald bis hin zu besonderen Lernorten, die man sonst kaum besuchen kann. Und plötzlich passiert etwas Spannendes: Die Kinder schauen nicht nur, sie entdecken, zeigen sich gegenseitig Dinge und fragen nach.
Worauf ich besonders geachtet habe:
Ich setze die Seite am häufigsten im Sachunterricht ein, und es ist jedes Mal spannend zu sehen, wie schnell Gespräche entstehen. Kinder zeigen auf Dinge, stellen Fragen, vergleichen – genau das, was man sich wünscht. Selbst ein kurzer Blick auf einen Melkstand hilft immer wieder, um ins Gespräch zu kommen und Schritt für Schritt von „iiieh“ zu „ahhh“ zu gelangen.
Natürlich ersetzt das keine echte Exkursion – und bitte bucht immer zuerst die Reise zum Mond. Aber es ist eine schöne Möglichkeit, den Horizont im Klassenzimmer ein Stück zu erweitern, gerade wenn Zeit, Wetter oder Organisation Grenzen setzen.
Lehrkräfte können die Seite mit 5 € pro Halbjahr unterstützen und erhalten dafür einen persönlichen Zugang für ihre Klasse. Damit lässt sich zum Beispiel auswerten, welche Lernorte bearbeitet wurden oder gezielt ein bestimmter Lernort auswählen. Gleichzeitig hilft diese Unterstützung dabei, die Seite weiterzuentwickeln und langfristig zu betreiben.
Vielleicht ist das ja auch etwas für eure nächste Stunde.
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