Natürlich lockere ich meinen Physikunterricht gern mit Experimenten auf - wenn sie denn immer gelingen würden! Der Stress in mir ist groß, wenn ich vor 25-30 Schülern stehe und sich das Experiment nicht so zeigt, wie es sollte.
Mit Schweißperlen habe ich noch meine Anfangszeit in Erinnerung: Was für tolle Elektrostatik-Experimente da im Schulbuch waren! Fleißig sammelte ich mir alle möglichen Plastikfolien und Kaninchenfelle zusammen, probierte alles aus und es klappte auch so einigermaßen.
Dann kamen die Schüler hinein. Das Einstiegsexperiment „Luftballon und Haare“ funktionierte noch gut (das tut es übrigens eigentlich immer). Dann rubbelten die Schüler mit einem Kaninchenfell einen Plastikstab und sollten sich damit Plastikfolien nähern - die sich leider gar nicht mehr bewegten. Auch alle anderen Experimente funktionierten an diesem Tag nicht. Gefühlt wurde die Gruppe immer unruhiger und ich auch…
Mein „eigentlich müsste das jetzt angezogen werden“, nahmen die Schüler hin und erarbeiteten mit mir ein Tafelbild mit Erklärungen für Dinge, die sie gar nicht festgestellt hatten.
Ich war völlig frustriert. Soviel Vorbereitung und dann völliges Chaos!
Hinterher sprach ich mit einem Kollegen, der meinte ganz selbstverständlich „Ja, klar. Die Luftfeuchtigkeit ist einfach zu hoch in so einem Raum mit 30 Personen.“
Ja, klar!
Heute zeige ich die meisten elektrostatischen Experimente lieber als YouTube-Video. Das ist sicherer. Und den Schüler sage ich immer mit einem Lächeln „Ihr atmet einfach zu viel für diese Experimente!“.
Wenn du den Blog-Artikel magst dann klicke auf das Herz. Das hilft uns zu verstehen, welche Artikel besonders lesenswert sind.