
* Foto erstellt mit ChatGPT
Als leidenschaftlicher Sportlehrer stelle ich mir immer wieder die Frage: Was macht Sportunterricht in der Schule aus?
Ich bin fest davon überzeugt, dass es das zentralste Wort für einen zeitgemäßen Sportunterricht ist: TEILHABE
Damit ist nicht nur gemeint, dass jeder am Sportunterricht teilnimmt. Es geht vielmehr darum, Zugänge zu schaffen, die aktive, motivierende und faire Teilhabe ermöglichen. In einer stetig wachsenden heterogenen Schülerschaft wahrhaftig eine Herausforderung. Oder doch nicht?
Es ist wie in vielen Bereichen des Lehrerberufs eine Angelegenheit von HALTUNG - Das nächste starke Wort, dass einen zeitgemäßen Sportunterricht in seiner Planung und Gestaltung beschreibt.
Zeitgemäßer Sportunterricht bedeutet in seinen Inhalten besonders SPIELEN. Einerseits motiviert es die Schülerinnen und Schüler am meisten, andererseits eröffnet es unabhängig des Settings sehr viele Gesprächsanlässe zur REFLEXION.
Ich möchte diese vier starken Wörter - TEILHABE, HALTUNG, SPIELEN & REFLEXION" an einem Beispiel erläutern:
- Wir spielen das Spiel "Diamanten-Raub" (Spielbeschreibung etc. siehe Material: Top 10 Laufspiele: #1890258)
- Es fängt mit der Haltung an, denn als Sportlehrkraft wähle ich ein Spiel (SPIELEN) aus, das den Sinn von Motivation, hoher Aktivierung & das Bedienen jedes Leistungsstands unter fairen Bedingungen für alle erfüllt.
- Im Spiel haben alle Kinder die Möglichkeit mitzuwirken (TEILHABE). Es gibt kein Ausscheiden, jeder hat eine wichtige und sinnvolle Aufgabe. Kinder, die keinen Diamanten mehr haben, täuschen bzw. beschäftigen die Polizisten, die gegen die Zeit die Diamanten suchen.
- In der REFLEXION habe ich die Möglichkeit, gezielt auf entstandene Probleme/Schwierigkeiten einzugehen. Meist spiele ich den Ball an die Kinder zurück und frage: Was können wir tun, damit das Problem XY nicht mehr auftritt?
Die Kinder haben darauf sehr häufig wertvolle Ideen, die gleichzeitig das Spiel weiterentwickeln und ggf. sogar variieren.
Eine Reflexion muss sich aber keinesfalls nur auf Probleme und Schwierigkeiten stützen. Vielmehr nutze ich auch Reflexionen als generativen Anlass, d. h. wir wollen gemeinsam das Spiel weiterentwickeln - ganz nach unseren Regeln.
Und so wird aus Spielrunde I, in der die Diebe nach dem Ticken des Polizisten sofort den Diamanten übergeben, eine spannende 50/50 Situation: Der Dieb streckt nun beide Hände als Fäuste aus - Der Polizist wählt eine der beiden - und es besteht die Möglichkeit, dass der Dieb ohne Verlust davonkommt. In der nächsten Spielrunde kann wiederum darüber gesprochen werden, wie es zu einer Erleichterung für die Polizisten kommt. Ein Kind antwortete mal darauf: "Die (beschlagnahmten) Diamanten haben unterschiedliche Farben. Diese könnten ja verschiedene Punkte geben, wie blau = 3 Punkte, rot = 2 Punkte und gelb = 1 Punkt. Wer am Ende die meisten Punkte hat, gewinnt."
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