Vorgestellt: Tandemlesen

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Tandemlesen ist aus vielen Klassenzimmern schon gar nicht mehr wegzudenken. Falls du die Lautlesemethode noch nicht nutzt, kommt hier eine kurze Erklärung, wie du es mal austesten kannst. Und falls du sie schon nutzt, findest du weiter unten drei Tipps, die das Tandemlesen richtig gut machen!

So geht’s:
Beim Lesen im Tandem lesen immer zwei Kinder gemeinsam. Dazu wird die Lesekompetenz der Kinder gemessen. Anschließend teilt man die Klasse in zwei Gruppen ein. Jetzt werden die Tandems gebildet. Das lesestärkste Kind aus der ersten Gruppe (und damit das lesestärkste Kind der Klasse) wird zum Trainer des lesestärksten Kinds aus der zweiten Gruppe. Das zweitlesestärkste Kind aus der ersten Gruppe wird zum Trainer des zweitlesestärksten Kinds der zweiten Gruppe und so weiter.

Jedes Tandem besteht nun aus einem lesestärkeren Kind, dem Trainer, und einem leseschwächeren Kind, dem Sportler.

Tipp: Nimm die Einteilung allein vor – die Kinder müssen und sollten die Reihenfolge gar nicht kennen. Und sollte mal eine Konstellation gar nicht passen, kannst du auch etwas tricksen.

So geht’s weiter:
Die Kinder lesen die Texte in Tandems gemeinsam. Dabei fährt der „Trainer“ den Text mit dem Finger nach. Das lesestärkere Kind passt sein Lese-Tempo an das leseschwächere Kind an. So wird das leseschwächere Kind vom lesestärkeren Kind verbessert und unterstützt. Fühlt sich der Sportler sicher, darf er ein Handzeichen geben und der Trainer liest jetzt nur noch leise für sich mit, bis der Sportler einen Fehler macht. Tauchen in einem Satz Lesefehler auf, wird der Satz erneut gelesen. Ganz wichtig: Der Sportler korrigiert nicht nur, er lobt auch viel!

Tipp: Falsch gelesene Wörter können im Text unterstrichen werden. Beim nächsten Mal lesen merken die Kinder so sofort, ob es schon besser klappt!

Nach einigen Wochen können die Tandems neu gebildet haben – oft haben sich die Lesefähigkeiten in der Klasse dann schon verändert. Es kann auch sein, dass ein Sportler zu einem Trainer wird. Ganz wichtig: Trainer und Sportler sind immer gleichberechtigte Partner*innen – gelesen wird im Team!

 

Drei Tipps, die das Lesen im Tandem noch besser machen:

1. Die richtige Wahl der Textlänge:

Achte darauf, dass die Texte weder zu kurz noch zu lang sind. Oft eignen sich Texte zwischen 200 und 300 Wörtern – diese können dann direkt mehrfach gelesen werden. In der ersten Klasse kannst du mit Lesetandems auf Wortebene und auf Satzebene starten und danach mit einfachen, ganz kurzen Texten, weiterlesen lassen.

2.  Das richtige Thema:

Du kennst das sicher von dir: Manche Dinge liest du gerne, andere Themen interessieren dich weniger. Suche die Texte für die Lesetandems daher auch nach Interessen aus – oder stelle mehrere zur Verfügung, aus denen die Kinder selbst wählen können. Du kannst auch eine „Tandemkartei“ machen, aus denen die Kinder sich immer wieder neue Texte holen dürfen. Geschichte, Gedichte und Sachtexte – alles ist möglich!


Die folgenden Materialtipps enthalten immer verschiedene Textformen und verschiedene Themen, damit für alle etwas dabei ist.

Es gibt aber natürlich noch viel mehr Auswahl an Lesetexten!

3. Tandemlesen fächerübergreifend nutzen:

Nutze Lesetandems, um Unterrichtsthemen zu bearbeiten oder das Wissen darüber zu erweitern. Du kannst zum Beispiel die Texte im Sachunterricht im Tandem lesen lassen oder auch eine ausführlichere Anleitung für den Kunstunterricht, ehe es dann ans Erstellen des Kunstprojektes geht. Mit Lesetandems könnt ihr auch komplexe Texte für Kinder greifbar machen und sie anschließend als Gesprächsanlässe nutzen – im Tandem, in Kleingruppen oder auch in der ganzen Klasse.

Wie nutzt du Lesetandems schon? Was möchtest du noch ausprobieren?


Tags: lesen, grundschule, lesetandem, tandemlesen, lautlesetandem

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