SPIELE GEGEN MOBBING FÜR DIE KLASSE

Spiele für die Klasse gegen Mobbing

Einfache, wirksame Spiele zur Stärkung von Gemeinschaft, Empathie und Respekt

Diese Spiele helfen dabei, Ausgrenzung vorzubeugen, Empathie zu fördern und das Wir-Gefühl in der Klasse zu stärken. Sie sind bewusst einfach erklärt, damit sie direkt im Unterricht, Klassenrat oder in Vertretungsstunden eingesetzt werden können.


💡 Tipps für Klassenlehrkräfte

✔️ Spiele regelmäßig einsetzen, nicht nur bei Problemen
✔️ Nach jedem Spiel kurz reflektieren
✔️ Freiwilligkeit respektieren
✔️ Keine Bloßstellung zulassen
✔️ Spiele an Altersstufe anpassen


Spiele gegen Mobbing sind keine Zeitverschwendung, sondern Präventionsarbeit. Sie helfen Kindern, sich gesehen zu fühlen, stärken den Zusammenhalt und machen deutlich:
In dieser Klasse hat Ausgrenzung keinen Platz.


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🤝 1. Spiel: „Gemeinsam sind wir stark“

Ziel: Zusammenhalt stärken
Alter: ab Klasse 1
Dauer: 10–15 Minuten

So geht’s:

  • Die Klasse steht im Kreis.

  • Eine Person nennt eine positive Eigenschaft oder Stärke (z. B. „hilfsbereit“, „lustig“, „mutig“).

  • Alle, die finden, dass das auf sie zutrifft, machen einen Schritt nach vorne.

Wirkung:

  • Kinder erkennen Gemeinsamkeiten

  • Stärkt Selbstwert und Zugehörigkeit

  • Zeigt: Niemand ist allein


Eine kindgerechte Erklärung

Bei diesem Spiel geht es darum, zu merken: Wir haben mehr gemeinsam, als wir denken. Jeder Mensch ist anders, aber viele Dinge verbinden uns. Das Spiel hilft dabei, sich in der Klasse sicherer zu fühlen und zu sehen, dass niemand allein ist.

Zuerst stellen sich alle Kinder im Klassenzimmer in einen großen Kreis. Es ist wichtig, dass genug Platz da ist und sich alle gut sehen können. Die Lehrerin oder der Lehrer erklärt ruhig, dass es kein Richtig oder Falsch gibt und dass niemand ausgelacht wird.

Jetzt nennt die Lehrkraft eine positive Eigenschaft oder Fähigkeit. Das kann zum Beispiel „hilfsbereit“, „mutig“, „kann gut zuhören“ oder „ist ein guter Freund“ sein. Danach überlegen die Kinder kurz: Passt das zu mir?

Alle Kinder, die denken, dass diese Eigenschaft zu ihnen passt, machen einen Schritt nach vorne. Die anderen bleiben stehen. Das ist völlig in Ordnung. Niemand muss sich schämen oder etwas erklären.

Dann schauen sich alle um. Viele merken: Ich bin nicht allein. Oft stehen mehrere Kinder vorne. Das macht Mut und stärkt das Selbstvertrauen.

Das Spiel wird mit verschiedenen Eigenschaften wiederholt. Am Ende kann man gemeinsam darüber sprechen, wie sich das Spiel angefühlt hat und warum es schön ist, verschieden zu sein – und trotzdem zusammenzugehören.



💬 2. Spiel: „Wie fühlt sich das an?“

Ziel: Empathie fördern
Alter: ab Klasse 2
Dauer: 15 Minuten

So geht’s:

  • Die Lehrkraft liest kurze Situationen vor (z. B. „Ein Kind wird nicht zum Spielen eingeladen“).

  • Die Kinder überlegen:

    • Wie fühlt sich die Person?

    • Was würde helfen?

Wichtig:

  • Keine echten Namen nennen

  • Keine Bewertungen, nur Gefühle

Wirkung:

  • Gefühle erkennen und benennen

  • Perspektivwechsel üben


Kindgerecht erklärt

Bei diesem Spiel lernen die Kinder, Gefühle zu verstehen. Manchmal sieht man nicht sofort, wie es einem anderen Kind geht. Dieses Spiel hilft dabei, besser aufeinander zu achten.

Alle Kinder setzen sich in einen Kreis. Die Lehrerin oder der Lehrer erklärt zuerst: Es gibt keine falschen Antworten. Jeder darf sagen, was er denkt. Niemand wird ausgelacht.

Nun liest die Lehrkraft eine kurze Geschichte vor. Zum Beispiel: „Ein Kind möchte in der Pause mitspielen, aber die anderen sagen Nein.“ Danach überlegen die Kinder gemeinsam: Wie fühlt sich dieses Kind wohl? Vielleicht traurig, allein oder wütend?

Die Kinder dürfen ihre Gedanken sagen. Wer möchte, meldet sich. Niemand muss etwas sagen, wenn er nicht will.

Danach wird gefragt: Was könnte helfen? Zum Beispiel: jemand fragt nach, tröstet oder lädt das Kind zum Spielen ein.

So lernen die Kinder: Gefühle sind wichtig, und kleine freundliche Taten können viel verändern.



🪑 3. Spiel: „Stuhlkreis ohne Stühle“

Ziel: Kooperation statt Konkurrenz
Alter: ab Klasse 3
Dauer: 10 Minuten

So geht’s:

  • Alle stehen im Kreis.

  • Nach und nach werden „Stühle“ (gedacht oder real) entfernt.

  • Ziel: Alle bleiben im Kreis, niemand scheidet aus.

Reflexion danach:

  • Wie haben wir es geschafft?

  • Wer hat geholfen?

Wirkung:

  • Niemand wird ausgeschlossen

  • Zusammenarbeit wird sichtbar

Kindgerecht erklärt

Bei diesem Spiel lernen die Kinder, zusammenzuarbeiten und niemanden auszuschließen. Es geht nicht darum zu gewinnen, sondern darum, dass alle dazugehören.

Zuerst stellt sich die ganze Klasse in einen Kreis. In der Mitte gibt es keine Stühle. Die Lehrerin oder der Lehrer erklärt: „Unsere Aufgabe ist es, dass alle im Kreis bleiben, egal wie schwierig es wird.“

Nun kommt die Herausforderung: Die Kinder sollen sich so hinstellen oder anlehnen, dass alle im Kreis Platz haben. Manchmal wird der Kreis enger gemacht oder es wird gesagt: „Stellt euch näher zusammen.“ Die Kinder müssen jetzt überlegen:
👉 Wie können wir uns gegenseitig helfen?
👉 Wer braucht Unterstützung?

Vielleicht legen Kinder einen Arm um jemanden oder rücken zusammen. Wichtig ist: Niemand darf weggeschickt werden.

Wenn es klappt, wird kurz gestoppt. Danach spricht die Klasse gemeinsam darüber:

  • Wie haben wir das geschafft?

  • Wer hat geholfen?

  • Wie hat es sich angefühlt, als alle zusammengehalten haben?

Die Kinder merken: Zusammen sind wir stärker als allein. Genau das ist wichtig, damit Mobbing keinen Platz hat.


🌈 4. Spiel: „Komplimente-Regen“

Ziel: Positives Klassenklima
Alter: alle Klassen
Dauer: 10–20 Minuten

So geht’s:

  • Jedes Kind bekommt einen Zettel mit seinem Namen.

  • Die Zettel wandern durch die Klasse.

  • Jede Person schreibt eine positive Sache auf den Zettel.

Regeln:

  • Nur ehrliche, freundliche Aussagen

  • Keine Ironie

Wirkung:

  • Stärkt Selbstwert

  • Besonders wichtig für stille Kinder


Kindgerecht erklärt

Bei diesem Spiel geht es darum, freundliche Worte zu teilen und zu merken, was an jedem Kind schön und wichtig ist. Jeder Mensch hat Stärken, auch wenn man sie manchmal selbst nicht sieht.

Zuerst bekommt jedes Kind ein Blatt Papier. Oben steht der eigene Name. Die Lehrerin oder der Lehrer erklärt: Wir schreiben nur nette und ehrliche Dinge. Niemand wird ausgelacht.

Nun werden die Blätter im Kreis weitergegeben. Jedes Kind schreibt auf jedes Blatt ein kleines Kompliment. Zum Beispiel: „Du bist hilfsbereit“, „Du kannst gut zuhören“ oder „Du bringst mich zum Lachen“.

Wenn alle Blätter wieder bei ihren Besitzerinnen und Besitzern angekommen sind, darf jedes Kind sein Blatt leise lesen. Wer möchte, kann ein Kompliment vorlesen. Das ist freiwillig.

Viele Kinder fühlen sich danach stark, gesehen und froh. Das Spiel zeigt:
Worte können verletzen – aber sie können auch Mut machen und verbinden.


👀 5. Spiel: „Stopp – das geht zu weit“

Ziel: Grenzen setzen lernen
Alter: ab Klasse 3
Dauer: 15–20 Minuten

So geht’s:

  • Kurze Alltagssituationen werden vorgelesen oder gespielt.

  • Die Klasse entscheidet gemeinsam:

    • Spaß?

    • Streit?

    • Mobbing?

Danach:

  • Wie kann man reagieren?

  • Wer kann helfen?

Wirkung:

  • Klarheit über Grenzen

  • Handlungssicherheit für Kinder


Kindgerecht erklärt

Bei diesem Spiel lernen die Kinder, ihre Grenzen zu erkennen und zu schützen. Sie merken: Jeder Mensch darf sagen, wenn ihm etwas nicht gefällt.

Alle Kinder setzen sich in einen Kreis. Die Lehrerin oder der Lehrer erklärt zuerst: Jeder hat ein Recht auf Respekt. Niemand muss etwas aushalten, das sich schlecht anfühlt.

Nun liest die Lehrkraft kurze Situationen vor. Zum Beispiel: „Ein Kind wird immer wieder wegen seiner Kleidung ausgelacht.“ Die Kinder überlegen gemeinsam:
👉 Ist das Spaß?
👉 Oder tut das weh?

Wenn klar wird, dass etwas zu weit geht, üben die Kinder, laut und deutlich „Stopp!“ zu sagen. Sie lernen auch, was man danach tun kann, zum Beispiel Hilfe holen oder zu einem Erwachsenen gehen.

Zum Schluss wird darüber gesprochen, wie es sich anfühlt, für sich selbst oder für andere einzustehen. Die Kinder verstehen:
Stopp sagen ist mutig – und hilft gegen Mobbing.


🧠 6. Spiel: „Wir-Regeln erfinden“

Ziel: Verantwortung übernehmen
Alter: alle Klassen
Dauer: 20 Minuten

So geht’s:

  • Die Klasse sammelt Regeln für einen fairen Umgang.

  • Die Regeln werden gemeinsam formuliert (z. B. „Wir lachen niemanden aus“).

  • Alle stimmen ab.

Ergebnis:

  • Klassenvertrag

  • Sichtbar im Raum aufhängen

Wirkung:

  • Regeln werden besser akzeptiert

  • Gemeinschaftsgefühl steigt


Kindgerecht erklärt

Bei diesem Spiel entscheidet die Klasse gemeinsam, wie alle miteinander umgehen wollen. Die Kinder merken: Unsere Meinung ist wichtig und wir tragen Verantwortung füreinander.

Zuerst sitzen alle Kinder im Kreis. Die Lehrerin oder der Lehrer erklärt: „Damit sich alle in unserer Klasse wohlfühlen, brauchen wir gute Regeln.“ Dann dürfen die Kinder Vorschläge machen. Zum Beispiel: „Wir lachen niemanden aus“ oder „Wir helfen, wenn jemand traurig ist“.

Alle Ideen werden aufgeschrieben. Danach schaut die Klasse gemeinsam:
👉 Welche Regeln sind fair?
👉 Welche helfen gegen Streit und Mobbing?

Die Klasse stimmt über die Regeln ab. Die wichtigsten werden ausgewählt und schön auf ein Plakat geschrieben. Alle dürfen unterschreiben. Das zeigt: Wir halten uns gemeinsam daran.

Das Plakat wird im Klassenzimmer aufgehängt. So erinnern sich alle jeden Tag daran:
In unserer Klasse gehen wir freundlich und respektvoll miteinander um.


👫 7. Spiel: „Partnerwechsel“

Ziel: Ausgrenzung abbauen
Alter: ab Klasse 2
Dauer: flexibel

So geht’s:

  • Bei Partner- oder Gruppenarbeiten werden die Partner bewusst gewechselt.

  • Ziel: Jeder arbeitet mit jederm.

Reflexion:

  • Wie war es mit jemand anderem zu arbeiten?

Wirkung:

  • Neue Beziehungen entstehen

  • Feste Rollen lösen sich auf


Kindgerecht erklärt

Bei diesem Spiel lernen die Kinder, mit vielen verschiedenen Kindern zusammenzuarbeiten. So merken sie, dass jeder etwas gut kann und dass niemand ausgeschlossen werden soll.

Die Lehrerin oder der Lehrer erklärt zuerst: „Heute arbeiten wir nicht immer mit denselben Freundinnen oder Freunden.“ Das ist wichtig, damit alle Kinder sich kennenlernen können.

Nun werden die Partner oder Gruppen neu eingeteilt. Manchmal arbeitet man mit jemandem, den man noch nicht so gut kennt. Das kann zuerst ungewohnt sein, ist aber erlaubt und gewollt.

Die Kinder bearbeiten eine kleine Aufgabe zusammen. Zum Beispiel ein Bild malen, etwas bauen oder ein Rätsel lösen. Dabei merken viele: Auch mit anderen klappt es gut.

Am Ende spricht die Klasse kurz darüber:

  • Wie war es mit einem neuen Partner?

  • Was hat gut funktioniert?

Das Spiel hilft, Freundschaften zu erweitern und Ausgrenzung zu verhindern.


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