Es ist Sonntagabend, 21:30 Uhr. Ich sitze vor meinem Laptop und durchforste zum dritten Mal diese Woche meine Ordnerstruktur nach diesem EINEN Arbeitsblatt zum Periodensystem. Ich weiß, dass ich es habe. Ich weiß sogar, dass ich es letztes Jahr benutzt habe. Aber wo zum Teufel ist es?
Kennst du das?
Nach drei Jahren als Lehrerin hatte ich gefühlt 500 Dokumente mit Namen wie "AB_Chemie_neu.docx", "Arbeitsblatt_final_FINAL.pdf" oder "Kopie von Kopie Arbeitsblatt Atommodelle überarbeitet.docx". Mein Material-Management war eine Katastrophe.
Und dann hatte ich einen dieser Momente, in denen man sich fragt: Warum mache ich mir das Leben eigentlich so schwer?
Ich hab mir eine Woche in den Sommerferien genommen – ja, wirklich eine ganze Woche – und mein komplettes digitales Material durchforstet. Und dabei drei Dinge festgestellt:
1. Ich hatte von allem zu viel Fünf verschiedene Versionen desselben Arbeitsblatts? Check. Drei Präsentationen zum selben Thema, die sich nur minimal unterscheiden? Auch check. Ich hatte nicht zu wenig Material – ich hatte zu viel Müll.
2. Meine Benennung war Chaos pur "AB neu", "Chemie Klasse 9", "Stationenlernen FERTIG" – diese Namen sagten mir nach drei Monaten rein gar nichts mehr.
3. Ich hatte kein System Manchmal lagen Materialien im Schulordner, manchmal in der Cloud, manchmal auf dem Desktop. Und manchmal hatte ich sie drei Mal – an drei verschiedenen Orten.
Nach dem großen Aufräumen hab ich mir ein paar feste Regeln auferlegt:
Unterrichtsplanung - Sek I - Klasse 7/ Klasse 8/ Klasse 9/ Klasse 10 (das gleiche für die Sek II)
Klingt simpel? Ist es auch. Und genau deshalb klappt's.
Jede Datei bekommt jetzt einen Namen nach diesem Schema:
Fach_Klasse_IHF_UV_Stunde_Materialtyp_Thema
Also zum Beispiel: CH.9.2.1.1 AB Atome werden zu Ionen
Klingt nerdig? Absolut. Funktioniert es? Noch mehr.
Wenn ich neues Material erstelle, läuft das jetzt so:
Und das Wichtigste: Einmal gut gemacht, immer wieder nutzen.
Früher: 30 Minuten suchen, 10 Minuten überarbeiten, 5 Minuten ausdrucken.
Heute: 2 Minuten finden, direkt ausdrucken. Fertig.
Früher: Panik am Sonntagabend, weil ich Material komplett neu erstellen musste.
Heute: Ich ziehe mir bewährte Vorlagen, passe sie minimal an und bin in 15 Minuten fertig.
Ja, das Aufsetzen dieses Systems hat Zeit gekostet. Eine ganze Woche plus ein paar Wochen, um mich daran zu gewöhnen.
Aber diese investierte Zeit habe ich nach spätestens einem Monat wieder rausgeholt. Und jetzt, ein paar Jahre später? Ich spare mir jede Woche mehrere Stunden Sucherei und Frustration.
Das Beste daran: Ich muss nicht mehr nachdenken. Mein System läuft einfach. Und genau das ist der Punkt – Workflows, die so selbstverständlich werden, dass sie keine Energie mehr kosten.
Falls du dich gerade in deinem Material-Chaos wiedererkennst: Fang klein an.
Nimm dir ein Fach. Eine Klassenstufe. Gib den Dateien sinnvolle Namen. Leg eine klare Struktur an.
Und dann schau, wie sich das anfühlt.
Ich wette, du wirst nicht mehr zurückwollen.
Hast du schon ein System, das für dich funktioniert? Oder steckst du noch mitten im Materialchaos? Schreib's mir gerne in die Kommentare – ich bin gespannt!
🤍 Thea
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