
Das Hauptprinzip der Camera-pen Pädagogik besteht daraus, erst zu denken und die Umgebung wahrzunehmen, bevor gehandelt wird. Das Filmen treibt das Denken voran sowie die eigenen Aktionen und Interaktionen.
Zudem gibt es noch andere Prinzipien, die ebenso wichtig zu beachten sind. Das Filmen wird nicht in die Länge gezogen, sondern findet zügig statt. Außerdem sollte es einfach gehalten werden. In der Praxis bedeutet dies, dass ungefähr eine Stunde zum Filmen eingeplant wird. Die SuS können ihr Handy nutzen.
Ganz wichtig zu beachten ist, dass das Material nicht geschnitten wird. Der Ton bleibt bestehen und das Gefilmte wird nicht gekürzt oder in irgendeiner anderen Art und Weise verändert.
Der Ansatz ist Teil einer Unterrichtsstunde und kann in kleinen Gruppen, in Paaren oder einzeln ausgeführt werden. Das Thema, welches bearbeitet werden soll, gibt die Lehrkraft vor. Nachdem alles besprochen wurde und die SuS ihre Umgebung unter die Lupe genommen haben, können sie anfangen zu filmen. Sobald alle fertig sind, wird der Lehrkraft Bescheid gegeben und das Material kann zusammen begutachtet werden. Es steht der Klasse frei, ob das Material weiter interpretiert oder als Lernmaterial genutzt wird.
In einer 5. Klasse im Fach Englisch wird das Thema Tiere behandelt. In den kommenden Wochen sollen die SuS alle dazugehörigen Vokabeln lernen. Um das Lernen den SuS zu vereinfachen, wendet die Lehrkraft die Camera-pen Pädagogik an. Es werden Gruppen geformt und jede Gruppe hat eine Stunde Zeit, um sich zu überlegen, welche Tiere sie darstellen wollen.
Wichtig ist, dass die entsprechenden Vokabeln zu den Tieren genannt werden. Der Kreativität sind hierbei keine Grenzen gesetzt. Nachdem die Zeit abgelaufen ist, kommen alle Gruppen zurück in den Klassenraum und das Material wird zusammen begutachtet. Dies kann direkt auf dem Handy geschehen oder auf einem größeren Monitor. Durch das Anschauen der Filmchen lernen die SuS automatisch einige Vokabeln und haben einen entsprechenden Bezug dazu aufgebaut.
Das Filmen gibt den SuS die Möglichkeit, zu zeigen, wie sie die Welt sehen. Es regt die Kreativität an und macht sie aufmerksam auf ihre Umwelt. Die Gedanken der SuS sind sowohl für die Lehrkräfte als auch für die Mitschüler*innen nachvollziehbar.
Zeit
Die Zeit könnte als Problem betrachtet werden, insbesondere bei technischen Störungen, die den Ablauf verzögern.
Haltung der Lehrkraft
Hier sollte sich die Frage gestellt werden, ob die Lehrkraft die entsprechenden Kompetenzen und das notwendige Wissen vorweist. Passt die Camera-pen Pädagogik zu den eigenen Werten, Ansätzen und der Unterrichtsdurchführung? Zudem sollte vorher über die Nutzung der Technik im Unterricht gesprochen werden.
Unterstützung
Die Unterstützung des Lehrerkollegiums ist von großer Bedeutung. Gibt es die Möglichkeit, dass die Lehrkraft während der Stunde Hilfe bekommt? Sollte das der Fall sein, muss die Lehrkraft die Aufmerksamkeit nicht teilen, sondern kann diese vollkommen auf die SuS richten.
Zugang zur Technik
Wichtig zu beachten ist auch der Zugang zur Technik. Hat jedes Kind ein Handy zum Filmen? Gibt es eine Möglichkeit, das Material auf einer Leinwand o.Ä. anzuschauen?
Motivation
Um den Ansatz durchzuführen, muss sich die Lehrkraft im Umgang mit der Technik wohlfühlen, was sich dementsprechend auf die Motivation und das Vertrauen auswirkt. Auch die SuS sollten sich wohlfühlen und entsprechend motiviert sein.
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Quellen
https://prezi.com/uqs_2kx4jcig/camera-pen-pedagogy/sequence=5
Canva
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