
Vorbemerkung:
Diese Art von Karten-Spiel heißt Memory. Dieses Wort darf man leider nicht verwenden, denn idiotischerweise hat die Firma Ravensburger sich dieses Wort reserviert und es schützen lassen und es gibt sogar Gerichte und Anwälte, die diesen Schwachsinn legitimieren!
Disclamer: Weil ich selbst abgemahnt wurde und Strafe bezahlte, benutze ich demzufolge das Wort Memory nicht mehr. Meine Spiele heißen deshalb Memo-Spiele. Sollte ich dennoch dieses „schrecklichböse“ Wort irrtümlicher Weise benutzen, so distanziere ich mich hiermit ausdrücklich davon (und von dieser o.g. Firma)!
Memospiele sind den Kindern schon von der Vorschulzeit her bekannt. Sie eignen sich vorzüglich dazu, das Konzentrationsvermögen zu steigern, weil die Kinder sich über längere Zeit mit einer Sache beschäftigen müssen. Zum erfolgreichen Spielen gehört zudem ein gutes Gedächtnis. Ziel dieses Spiels ist es, so viele Kartenpaare wie möglich zu sammeln.
1. Zielgruppe:
Dieses Spiel eignet sich besonders zur Partner‑ und Gruppenarbeit. Im offenen Unterricht ist es jederzeit einsetzbar, im geschlossenen Unterricht eignet es sich in erster Linie für die Motivations‑ und Übungsphase.
Bei einigen Memo-Spielen bietet es sich vom Stoff her an, die Karten zweier Spiele miteinander zu kombinieren (z. B. Rechnen 1 und Rechnen 2).
2. Einsatzzweck: Durch die Vielfalt der Gestaltungsmöglichkeiten eignet es sich gut für den Einsatz im normalen Unterricht, aber auch zur Differenzierung, zur Freiarbeit, Wochenplanarbeit und in DaF-Kursen. Deshalb werden in dieser Sammlung viele lehrplanmäßige Grundschul-Themen in Lernstufen durch unsere Memo-Spiele abgedeckt.
2.1. Fremdsprachen: Beim Fremdsprachenlernen ergeben sich weitere Einsatzmöglichkeiten: Wortkunde, Wortschatz, Wortaufbau, Wortverständnis etc. Es ist grundsätzlich für jede Schwierigkeitsstufe, jedes Themengebiet aber auch für jede Sprache einsetzbar, d.h. Sie können es sowohl für den Erstlese- und Schreibunterricht oder auch für das Frühsprachenlernen (in Englisch oder Französisch) sowie für DaF (Deutsch als Fremdsprache) nutzen.
2.2 Wortschatz: Da es beim Fremdsprachenunterricht hauptsächlich auf das Sprechen ankommt, wurden hier Wortschatz-Übungen (z.B. gegensätzliche Substantive oder Verben, Reimwörter etc) verwendet. Weitere denkbare Möglichkeiten für solche Memo-Spiele sind z.B. gegensätzliche Begriffe, Wörter in verschiedenen Zeitformen, Aktiv und Passiv usw.
Anmerkung: Das "sprechende" Memo-Spiel:
Gerade bei dem Memo-Spiel "Verben" ist es besonders wichtig, dass die Kinder dazu sprechen, um das passende Gegenstück, das sich auf die Karte reimt, zu finden.
Interaktiv: Bitte beachten Sie deshalb unsere interaktiven Memo-Spiele ---> siehe interaktive Memospiele
3. Einsatzmöglichkeiten: Diese Spiele kann man für alle denkbaren Unterrichtsthemen in den verschiedensten Fächern der Primarstufe (siehe Inhaltsübersicht) verwenden; sie ergänzen also sinnvoll die curricularen Themenbereiche. Für dieses Spiel sind keine besonderen Erklärungen oder "Spielregeln" notwendig. Die Kinder kennen diese Art von „Spielen“ bereits aus anderen Bereichen des Grundschulunterrichts.
4. Herstellung: Zur Herstellung eines Memo-Spiels nimmt man ein Blatt Papier, unterteilt es in so viele quadratische Felder, wie man benötigt, und klebt dieses Blatt (wie die kopierfähigen Vorlagen dieser Sammlung) auf ein Stück Karton.
Tipp: Wenn man das leere Musterblatt mehrfach ausdruckt, so braucht man nicht jedes Mal die Karten neu zu zeichnen und besitzt Vorlagen, um auch die Kinder zur Herstellung eigener Memospiele zu unterstützen..
Spielregel:
Die Kinder mischen und verteilen die Memo-Karten auf dem Tisch mit der Rückseite nach oben.
Der erste Schüler dreht zwei Karten, für alle Schüler sichtbar, um. Bilden die beiden Karten ein Paar (d.h. haben sie ein zusammengehöriges Motiv oder gehört die Antwort zur entsprechenden Frage usw.), darf dieses Kartenpaar der aufdeckende Spieler behalten, der es dann gleich noch einmal versuchen darf. Passen die Karten nicht zusammen, werden sie wieder umgedreht und der nächste Spieler ist an der Reihe.
Wer zum Schluss die meisten zusammengehörenden Karten besitzt, ist Sieger!
Selbstkontrolle:
Das Memo-Spiel erfordert keine externen Kontrollen. Das Spiel wurde richtig abgeschlossen bzw. gelöst, wenn alle Kartenpaare gefunden wurden bzw. keine Karten mehr übrig bleiben.
4.1 Konventionelles Memo-Spiel: Dieses Memo-Spiel - als Kartenspiel - besteht aus zwei Blattseiten und muss entsprechend der allgemeinen Anleitung hergestellt werden. Nach den Memo-Spielregeln werden alle Karten umgedreht und in Form eines Rechtecks ausgelegt. Das Kind darf so lange "spielen", wie es Kartenpaare findet. Bei diesem Memo-Spiel stellen die Kartenfarben eine leichte Hilfestellung dar. Bei schwarz-weiß-Ausdrucken entfällt diese Hilfe natürlich.
Ziel des Memo-Spiels ist es, die Kartenpaare zu finden. Dies sind beim ‚normalen’ Zweier-Memo-Spiel meist Bild- und zugehörige Textkarten.
Variante: Beim "Dreier-Memory" muss man 3 zusammengehörende Karten als ‚Paar’ finden!
Variante als Puzzle:
Legt man unter die Memo-Karten eine entsprechend große Grafik, oder ein Bild oder Foto, dann darf man die gefundenen Kartenpaare wegnehmen und mit jedem gelungenen Spielzug entsteht das Bild.
4. Interaktive Memospiele: Parallel zu den praktischen Spielkarten (welche in die Kategorie der haptischen Medien eingeordnet werden) gibt es nun auch das entsprechende „virtuelle Kartenspiel“ (welches als interaktives Medium bezeichnet wird).
Diese interaktiven Memospiele haben zusätzlich viele Vorteile:
Ein interaktives Memospiel ist
- interaktiv; d.h. es gibt sofortige Rückmeldungen,
- multimedial; d.h. außer Text und Grafik kann das Spiel auch ‚sprechen’,
- kontextsensitiv; d.h. es liefert genau an der Stelle Hilfe, an der das Kind sie benötigt,
- sowohl offline funktionsfähig; d.h. auf jedem PC ohne Internet
- als auch online funktionsfähig; d.h. zu jeder Zeit an jedem beliebigen Ort im Internet
- mit dem aktiven Arbeitsblatt vernetzt; d.h. man kann von dem Spiel auf das Arbeitsblatt ‚umschalten’ - und umgekehrt.
und nicht zuletzt:
- Das interaktive Spiel verliert keine Karten!
Präsentation: Probieren und testen Sie das interaktive Memo-Spiel "Verben"! --> siehe Link:
Hinweis: Starten Sie bitte diese App nur mit dem MS-Internetexplorer!
Bimedialer Unterricht: Mit diesen beiden Medien haben Sie als Lehrer die Möglichkeit für einen ‚bimedialen’ Unterricht – und die Kindern erhalten die Gelegenheit zum ‚bimedialen’ Lernen:
Exkurs:
Bevor ich die beiden Termini ‚Bimedialer Unterricht’ und ‚bimediales Lernen’ erkläre, möchte ich (in Abgrenzung üblicher Definitionen) auf ‚meine’ Definition von Multimedia hinweisen:
"Multimedia" ist sowohl in der Werbung als auch in der Didaktik/Pädagogik des Lernens ein sehr "über"strapazierter Begriff, wobei keiner so recht weiß, was man darunter versteht, geschweige wie man multimedial sinnvoll arbeitet/unterrichtet.
Unter Multimedia verstehe ich ‚multi’-Medien; d.h. vielfältige Medien und deshalb sind in meiner Abhandlung ALLE Medien gemeint, die man im Unterricht für einen Lernprozess einsetzen kann (Printmedien, konventionelle/ tradierte Medien, manuelle/ haptische Medien, audiovisuelle Medien, interaktive Medien), wobei Ergonomie, Optik/ Ästhetik subsummiert sind.
Definition: ‚Bimediales Lernen’ bedeutet der gleichzeitige oder alternierende Lerneinsatz zweier substanzieller, vernetzter - zwar verschiedener aber inhaltsgleicher - Unterrichtsmaterialien, wobei diese Materialien in sämtlichen Medienvarianten (Printmedien – auditive Medien – manuelle Medien – haptischen Medien – interaktive Medien) vorkommen und kombiniert werden können!

Vorteile: ‚Bimedialer Unterricht’ bietet im Vergleich zum konventionellen Unterricht - aber auch zum multimedialen Unterricht(**) - folgende Vorteile:
Beide verwendete Medien …
… können in sämtlichen Medienkombinationen(*) auftreten
… sind inhaltlich identisch (dadurch hoher Transfereffekt!)
… sind miteinander verlinkt (dadurch hohe Transparenz)
… ergänzen einander, unterstützen sich gegenseitig und optimieren somit den Lernprozess!
… sind sowohl zum Üben, Wiederholen und Festigen im „normalen“ Unterricht, als auch in der Freiarbeit, in der Wochenplanarbeit, beim Stationenlernen etc. sowie in der häuslichen Nacharbeit zum lückenschließenden Lernen geeignet.

(**) Unsere Untersuchungen und Evaluationen mit Kontrollgruppen haben gezeigt, dass es nicht etwa effizienter für den Lernprozess wäre, wenn man zu jedem Unterrichtsthema möglichst viele und möglichst alle Medien gleichzeitig einsetzt. Diese Vermutung liegt nahe: "Je mehr, desto besser" und ist intuitiv offensichtlich äußerst stimmig und in der öffentlichen Diskussion überraschend präsent! Aber diese "Summation der Sinne" muss ich aus kognitions- und medienpsychologischer Sicht heftig kritisieren, denn sie konnte bisher nicht bewiesen werden!
Fazit:
Konzentrieren wir uns auf einen ‚bimedialen’ Unterricht, denn zwei Medien bildungsgerecht aufbereitet und ziel- und kindgerecht eingesetzt, ist die sicherste Garantie für einen effizienten Unterricht und für objektiviertes Lernen!
Wenn du den Blog-Artikel magst dann klicke auf das Herz. Das hilft uns zu verstehen, welche Artikel besonders lesenswert sind.