
Liebe Wissbegierige,
Es gibt unterschiedliche Schriftarten und Gestaltungsmöglichkeiten, die sich für Legastheniker*innen gut eigenen. Die Meinungen zu dem Thema sind unterschiedlich - große Schrift oder kleine Schrift? Dick oder Dünn? Schreib- oder Druckschrift? Was wäre denn nun der ideale Weg?
Es gibt nicht DAS eine Design, welches einem Kind mit Legasthenie das Lesen vereinfacht. Allerdings gibt es Faktoren, die man als Lehrkraft, Elternteil oder pädagogische Hilfskraft beachten kann. Am Ende des Blogposts findest du ein Arbeitsblatt als Designbeispiel.
Die Schriftart sollte einheitlich sein. Egal in welchem Fach oder in welcher Klassenstufe. Im Idealfall wird eine Schriftart in der ersten Klasse eingeführt und dann in den darauffolgenden Stufen beibehalten. Das gilt für sämtliche Aufgaben und Tests. Die Kinder gewöhnen sich über die Zeit an die Schrift und es fällt ihnen leichter die Buchstaben zu erkennen. Aber was ist wenn das nicht an deiner Schule für alle Fächer funktioniert? Lehrkräfte können versuchen, in ihrem Fachbereich eine einheitliche Schriftart zu verwenden. Hilfreich ist es, mit Kolleginnen ins Gespräch zu kommen. Es ist schließlich im Interesse aller, dass das Kind gute Noten hat und sich weiterentwickelt. Es funktioniert nur, wenn alle an einem Strang ziehen – nicht, wenn jede Lehrkraft ihr eigenes Konzept verfolgt.
✅ Es bieten sich mehrere Schriftarten an, die genutzt werden können.
Was kann man noch beachten? Klar strukturierte Aufgaben sollten ein wichtiger Bestandteil sein. Die Aufgabenstellungen sind gut erkennbar (Größere Schrift, z. B. 14-16, fett und unterstrichen). Die Überschrift bzw. die Aufgabenstellungen können farblich hinterlegt sein. Bei der Farbwahl immer auf Kontraste achten und die Farbe immer beibehalten.
❌ Was wäre eine ungünstige Farbwahl?
✅ Was ist eine günstige Farbwahl?
Aber Achtung! Der Hintergrund des Blattes sollte dabei weiß bleiben und keine grellen Farben beinhalten.
Wichtig ist, dass es immer einen hohen Kontrast gibt (helles Blatt-dunkle Schrift oder umgekehrt). Es ist wichtig zu beachten, dass jedes Kind individuell ist. Eventuell kann eine farbig hinterlegte Überschrift zur Überreizung führen. Deshalb sollten die entsprechenden Gestaltungen zusammen mit den Kindern getestet werden.
Zusätzlich sollten die Aufgaben großzügig auf den Blättern verteilt werden. Es kann überwältigend sein viele Aufgaben auf einmal zu sehen. Dadurch wächst der Druck alles rechtzeitig erledigen zu müssen. Viele Kinder geben aus diesem Grund schnell auf, da sie der Meinung sind, dass sie es nicht schaffen werden.
Variante 1: Die Aufgaben werden auf mehrere Blätter verteilt und nach und nach ausgegeben. Das reduziert den Stress.
Variante 2: Die Aufgaben einfach zerschneiden ohne sie auf mehrere Blätter zu verteilen. Auch hier gilt, sie Stück für Stück auszugeben, wenn die vorherige Aufgabe geschafft ist.
Das A und O ist die Sparsamkeit. Zu viele Bilder können von den Aufgaben ablenken und zur Desorientierung auf dem Arbeitsblatt beitragen.
Verwende nur Symbole, die die Aufgabe unterstützen oder dem Kind anzeigen, was es jetzt zu tun hat.
Die Aufgaben sollten in kurzen klaren Sätzen formuliert werden. Ganze Texte (z. B. Zum Lesen) sollten in möglichst viele Textblöcke eingeteilt werden. Ausreichend Absätze sollten ebenfalls eingefügt werden. Eine große Schriftgröße und ein Zeilenabstand von mind. 1,5 sollte hier nicht fehlen.

Es gibt nicht die perfekte Lösung – aber viele kleine Stellschrauben, die gemeinsam Großes bewirken können. Einheitliche Schriftarten, klare Aufgabenstruktur, kontrastreiche Farben und reduzierte Reize entlasten Kinder mit Legasthenie spürbar. Wer Aufgabenblätter gezielt gestaltet, schenkt den Kindern nicht nur bessere Lesbarkeit, sondern auch mehr Selbstvertrauen.
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Bild 1: Erstellt mit Canva Pro Lizenz
Bild 2: Erstellt mit Word
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