
Gefühle sind in der Kita allgegenwärtig. Und doch tun wir uns oft schwer, ihnen den Platz zu geben, den sie brauchen. Wir reden über Farben, Jahreszeiten und Verkehrsschilder. Aber über Mut, Wut, Trauer oder Scham? Da fehlen manchmal die Worte. Oder der Mut. Oder die Zeit.
Aber Gefühle sind kein Extra. Sie sind das Fundament. Kinder lernen, wie sie mit sich selbst in Beziehung treten – indem sie erleben, dass ihre Gefühle nicht nur Platz haben, sondern willkommen sind.
In einer Welt, die immer lauter, schneller und fordernder wird, ist emotionale Bildung kein Nice-to-have. Sie ist eine gesellschaftliche Notwendigkeit. Wer als Kind lernt, sich selbst zu spüren, kann als Erwachsener besser für sich sorgen. Wer gelernt hat, Gefühle bei anderen zu erkennen und zu respektieren, wird nicht so leicht über Grenzen hinweggehen.
Gefühle benennen zu können, heißt nicht, immer fröhlich zu sein. Es heißt, echt zu sein. Und echt sein dürfen, das ist vielleicht das Wichtigste, was wir Kindern mitgeben können.
In meinen Materialien versuche ich, genau das sichtbar zu machen:
dass ein Kind traurig sein darf, wütend, stolz, aufgeregt oder unsicher.
Und dass es Wege gibt, darüber ins Gespräch zu kommen – auch ohne viele Worte.
Denn wenn wir Kindern beibringen, dass Gefühle okay sind, dann bringen wir ihnen bei, Menschen zu sein. Und das ist vielleicht der schönste bzw. der wichtigste Bildungsauftrag, den wir haben.
Angelo
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