Manchmal fühlt sich der Schultag an wie ein Sprint, der schon beim ersten Klingeln beginnt. Damit ich nicht gleich nach der ersten Stunde aus der Puste bin, habe ich mir in den letzten Jahren ein paar kleine Rituale angeeignet, die mir helfen, gelassener und fokussierter durch den Tag zu gehen.
1. 10 Minuten Stille am Morgen
Bevor ich ins Lehrerzimmer rausche oder den Klassenraum aufschließe, gönne ich mir (meist zu Hause in meinem Lieblingssessel) zehn Minuten Stille. Kein Handy, kein Planer, kein Gespräch. Einfach nur sitzen, durchatmen, ankommen.
Eine kleine Achtsamkeitsübung hilft mir dabei:
Atemfokus (3-Minuten-Übung)
Ich setze mich bequem hin, schließe die Augen und richte meine Aufmerksamkeit auf meinen Atem. Ich beobachte einfach nur, wie die Luft ein- und ausströmt – ohne etwas zu verändern. Wenn Gedanken auftauchen (und das tun sie bekanntlich immer), nehme ich sie wahr, lasse sie weiterziehen und kehre sanft zum Atem zurück. Nach drei Minuten öffne ich die Augen – oft mit einem ganz neuen Gefühl von Klarheit.
2. Tee statt To-do-Listen
Ich trinke am liebsten Kräutertee immer mal wieder mit einer unterschiedlichen Note. Während der ersten Brotzeit ist sie mein Anker. Keine E-Mails, kein „Nur schnell was kopieren“, sondern einfach kurz hinsetzen, trinken, durchatmen.
3. Der bewusste Blick ins Klassenzimmer
Bevor ich die Tür aufmache, halte ich kurz inne: Ich erinnere mich daran, dass hinter jedem Schüler und jeder Schülerin ein eigener kleiner Kosmos steckt. Das hilft mir, auch an stressigen Tagen mit mehr Empathie und weniger Reizbarkeit zu starten.
Natürlich gelingt das nicht immer – aber oft genug, um den Unterschied zu spüren. Meine kleinen Rituale kosten wenig Zeit, aber sie schenken mir viel Ruhe. Und manchmal reicht schon ein bewusster Atemzug, um aus dem Hamsterrad auszusteigen.
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