Eine Zeit meiner Kindheit habe ich in den Niederlanden verbracht. Dort habe ich mit Familie, Freunden und Schulkameraden Sinterklaas gefeiert. Einiges ist anders als im deutschsprachigen Raum. Ich möchte dies gerne mit euch teilen:
Sinterklaas aus Spanien
In den Niederlanden ist der Name des netten alten Herrn Sinterklaas. Er kommt jedes Jahr Mitte November mit seinem Schiff aus Spanien angereist. Für den Spanienmythos gibt es unterschiedliche Erklärungen:
Der Schimmel, ein treuer Begleiter von Sinterklaas, trägt seinen Meister jedes Jahr aufs Neue auf seinen nächtlichen Ritt über die Dächer. Dieses Bild von Sinterklaas und seinem Pferd ist tief in der niederländischen Kultur verwurzelt.

(Bild: KI-generiert)
Schuhe
Ab seiner Ankunft darf man jeweils am Abend seinen Schuh bereitstellen. Schuh? Ja, richtig gelesen. Schuh. Denn wenn man brav und anständig war, durfte man sich am nächsten Morgen freuen. Vermutlich hat Sinterklaas oder einer seiner Helfer ein paar Leckereien in den Schuh deponiert. Als Kind steckten wir am Abend auch manchmal eine Zeichnung, einen Schuh oder eine Karotte für den Schimmel von Sinterklaas in den Schuh und hofften insgeheim auf eine extra Portion. Am 5. Dezember war es dann Zeit für die Bescherung. Häufig gingen wir spazieren und als wir zurückkamen, stand da ein Jutesack voll mit Geschenken.
Wichteln
Ab einem bestimmten Alter ist es mit der Bescherung vorbei. Naja, nicht ganz vorbei. Es ist dann einfach anders. Man glaubt nicht mehr daran, dass Sinterklaas die Geschenke bringt, sondern man beschert sich gegenseitig. Dies passiert einerseits in vielen Schulklassen, aber auch zuhause.
Das läuft ähnlich wie beim Wichteln ab. Alle Namen werden in einen Behälter geworfen. Jede Person zieht einen Namen. Manchmal sind Wünsche, Hobbys und Interessen notiert. Das erleichtert die Ideensammlung. Vorgängig einigt man sich darauf, wie viel ein Geschenk ungefähr kosten darf. Man kauft ein passendes Geschenk.
Surprise basteln
Jetzt kommt das Besondere. Die Geschenke werden nicht einfach so eingepackt, sondern man bastelt aus Recycling- und Bastelmaterialien etwas, das zu dieser Person passt. Hat jemand gerne Pferde, dann kleistert man zum Beispiel ein Pferd. Ist jemand ein Klemmbausteinfan, dann bastelt man aus Karton einen riesigen Klemmbausteinkopf usw. Das Geschenk ist darin versteckt. Zusätzlich schreibt man ein Gedicht, das das zum Beispiel das Gebastelte oder sonst etwas Passendes zu der gezogenen Person aufgreift. Manche schreiben stattdessen eine kreative Anleitung, was die Person alles tun muss, bevor sie das Geschenk findet oder auspacken darf. Diese Tradition nennt man in den Niederlanden "Surprise". Wer neugierig ist, wie solche Geschenke aussehen können, googelt die Wörter "surprise Sinterklaas".
Für mich ist dies immer wieder eine tolle Gelegenheit, meiner Fantasie freien Lauf zu lassen. Ebenfalls freue ich mich auf den vielfältigen Ideenreichtum, den die anderen Teilnehmer an den Tag legen.
Bastelvorlage
In diesem Jahr habe ich den Namen eines Insektenfans gezogen. Da kam mir die Idee, eine Gottesanbeterin zu gestalten. Diese habe ich direkt als Gelegenheit genutzt, sie als Bastelvorlage zu speichern und euch zur Verfügung zu stellen. Egal ob ihr wie ich ein Geschenk originell verpacken wollt, das Thema Insekten habt oder einfach als spannende Dekoration hinstellen wollt. Du findest das Dokument hier.

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