
Huhu, ihr Lieben!
Die ersten Bundesländer sind bereits in ein neues Schuljahr gestartet. In anderen steht der Schuljahresbeginn kurz bevor. Im September sind dann letztendlich die Sommerferien in allen Bundesländern zu Ende. Und dann heißt es wieder: Unterricht vorbereiten und geeignetes Unterrichtsmaterial für den Schuljahresanfang heraussuchen. Um euch den Start ins neue Schuljahr zu erleichtern, zeige ich euch in diesem Blogpost 8 tolle Ideen für den Schulstart.
Geburtstag in der Grundschule feiern
In vielen Klassen gibt es tolle Geburtstagsrituale. Vielleicht darf das Geburtstagskind auf einem Geburtstagsthron sitzen oder eine Geburtstagskrone tragen. In einem Windlicht brennt eine Kerze und das Kind darf sich ein kleines Geschenk aus einer Geburtstagsschatztruhe aussuchen. Natürlich singen und gratulieren die anderen Kinder. Vielleicht gibt es auch noch liebe Worte in Form einer warmen Dusche? Ideen gibt es wie Sand am Meer und natürlich muss jeder seinen eigenen Weg finden.
Best_of_Biggi hat sich Gedanken gemacht, wie sie ihren Schüler*innen ein individuelles und kreatives Geburtstagsgeschenk machen kann. Da kam ihr die Idee, die Geburtstagskinder an ihrem Ehrentag ein passendes Ausmalbild mit Geburtstagsmotiven auswählen zu lassen. So ist nun ein großes Bundle mit knapp 200 Ausmalbildern zum Geburtstag entstanden. Mir gefällt die Idee sehr gut, sich von aufwendigen Geschenken zu verabschieden und auch die Plastikflut zu reduzieren. Doch die Ausmalbilder mit den süßen Tieren eignen sich nicht nur als Geburtstagsgeschenk für die Kinder, denn die Kinder können auch selbst Geburtstagskarten aus den Malvorlagen gestalten. Dazu druckt man einfach mehrere (4-8) Ausmalbilder auf ein Blatt und schon hat man die Geburtstagsbilder in passender Größe, um schöne Karten für Familie oder Freunde zu gestalten.

Scherenführerschein für Erstklässler
Ein besonderer Schulstart ist es immer, wenn man eine 1. Klasse übernimmt. Vor allem wenn es für einen selbst das erste Mal ist, fragt man sich natürlich, wie wohl die ersten Wochen in einer 1. Klasse ablaufen können. Die Kinder müssen sich zunächst an die neuen Strukturen gewöhnen und lernen, mit den Schulmaterialien umzugehen. Besonders der Umgang mit Schere und Kleber ist für einige Kinder (noch) ein abenteuerliches Unterfangen. Janetti hat als Erstklasslehrerin auch schon die ein oder andere Erfahrung mit Kleberunfällen gesammelt und deshalb nun ein umfangreiches Material erstellt, mit dem die Kinder den Umgang mit Schere und Kleber üben können.
Der tierische Scherenführerschein eignet sich für den Einsatz in der 1. Klasse und trainiert die Feinmotorik. Im Fokus stehen neben dem Schneiden und Ausschneiden auch das Kleben, Basteln und Ausmalen von Tiermotiven. Im Material sind zudem Stationenschilder für die einzelnen Schneideübungen vorhanden. Darüber hinaus sind das begleitende Tafelmaterial zum Scherenaufbau, der Scherenhaltung und den Scherenregeln sowie Scherenführerscheine und eine Checkliste enthalten. Mir gefällt dieses Komplettpaket, mit dem die Kinder auf sehr motivierende Weise den Umgang mit Schere und Klebestift trainieren können. Die Bastelarbeiten, die dabei entstehen, sind wunderschön und verleihen der Tätigkeit einen übergeordneten Sinn.

Förderung der Graphomotorik
Nicht nur das Schneiden und Kleben sind für viele Kinder am Anfang der 1. Klasse noch herausfordernd, sondern auch der Umgang mit dem Stift. Die Feinmotorik ist natürlich - wie alle anderen Lernvoraussetzungen auch - bei den Kindern sehr unterschiedlich weit entwickelt. Für manche Kinder ist es extrem wichtig, vor Beginn des Schreib-Lern-Prozesses ausreichende Übungsangebote zu erhalten. Frau_B_aus_NRW hat deshalb ein umfangreiches Bundle mit Übungen zur Förderung der Graphomotorik zusammengestellt.
Mit diesen Übungen trainieren die Kinder ihre Feinmotorik auf ganz motivierende Weise. Sie spuren die goldigen Motive zunächst nach und malen sie dann aus. Auf isoliertes Üben von Schriftelementen wird dabei zwar bewusst verzichtet, aber einige dieser Elemente sind in den Bildern dennoch schon enthalten. So können die Kinder zum Beispiel das Zeichnen von Bögen und Kreisen üben - aber eben integriert in die künstlerische Tätigkeit. Das Material kann in der 1. Klasse gut in Förderstunden oder im Rahmen der Freiarbeit eingesetzt werden. Aber auch als ergänzende Aufgabe im Kunstunterricht ist es gut zu verwenden. Und bestimmt geben mir nun viele von euch leise und liebevoll grinsend Recht, wenn ich mal ganz frech behaupte, dass es manchen Kindern auch in der 2. Klasse nicht schaden kann.

Lesen erster Silben
Wenn wir schon gerade beim Thema Anfangsunterricht sind, möchte ich euch auch gerne mein eigenes Material zum Lesen erster Silben zeigen. Mit der Silbenrampe können die Buchstaben-Helden das Zusammenlesen erster, offener Silben üben. Bestimmt kennt ihr schon das Prinzip der Silbenrutsche: ein Laut ist bereits gerutscht, der zweite Laut rutscht hinterher und bleibt so lange im Mund, bis er auf den anderen Laut trifft und mit diesem verschmilzt: Mmmmmmmma. Das Prinzip habe ich für die Silbenrampe der Buchstaben-Helden übernommen. Allerdings rutschen die Buchstaben-Helden nicht hinab, sondern heben stilecht ab und starten in die Höhe. Die Kinder müssen mit dem Lesen erster Silben also sozusagen Starthilfe geben. Mir gefällt der Gedanke dahinter, dass der Vorgang eben nicht passiv verläuft. Denn einmal auf der Rutsche losgerutscht, ist der Vorgang ja nun mal in Gang und kann nicht mehr so einfach angehalten werden. Auf der Silbenrampe hingegen ist bis zum Abheben auch wirklich aktives Tun gefordert. Ich finde, das symbolisiert die Anstrengung, die hinter dem Lesen erster Silben steckt, sehr eindrücklich. Denn machen wir uns nichts vor, es kostet einfach Kraft.
Haben die Kinder das Prinzip der Lautsynthese dann verstanden, können sie das Silbenlesen mit den Silbenteppichen üben. Außerdem können sie mit den Silbenkärtchen erste Unsinnwörter zusammensetzen. Diese Übung kann auch dazu genutzt werden, lustige Namen für die Buchstaben-Helden zu erfinden. Diese können die Kinder dann auf einem Arbeitsblatt festhalten und anschließend der Klasse vorstellen. Vielleicht kommen die Buchstaben-Helden ja so zu Namen, die sie das ganze restliche Schuljahr begleiten? Zumindest in Klassen, die mit der Reihe der Buchstaben-Helden arbeiten, könnte das eine gute Idee sein.

Gestaltung des Buchstabenhefts
Das Buchstabenheft kann natürlich ganz unterschiedlich aussehen. Manche Lehrkräfte möchten es auf das Wesentliche beschränken und wirklich nur das Schreiben des neuen Buchstabens (und von Wörtern damit) üben. Andere wiederum lassen Bilder, die den Buchstaben enthalten, malen oder einkleben. Auch Anlautbildchen oder Buchstaben zum Nachspuren werden gerne eingeklebt. Das Basteln von aufwendigen Buchstabentieren war auch eine Zeit lang weit verbreitet. Dies ist zunehmend in Kritik geraten, da das Basteln wahnsinnig viel Zeit kostet und den Kindern in Relation dazu für den Buchstabenerwerb recht wenig bringt. Allerdings sind die bunten Tiere natürlich sehr motiverend und verknüpfen bei manchen Kindern vielleicht auch eine positive Erinnerung mit dem Buchstaben. Und das kann bekanntlich ja den Lernprozess positiv beeinflussen.
Kreativ lernen hat nun einen guten Kompromiss gefunden. Mit ihren Buchstabentieren lassen sich die Vorteile nutzen und der Buchstabenweg bunt, kreativ und fröhlich gestalten. Trotzdem sind ihre Vorlagen so gestaltet, dass die Tiere sich schnell, einfach und selbstständig von den Kindern basteln lassen, so dass eben nicht extrem viel Unterrichtszeit dafür benötigt wird. Zu jedem Buchstaben gibt es ein Tier, das die Schüler*innen ausmalen und ausschneiden können. Anschließend kleben die Kinder die Buchstabentiere in ihr Buchstabenheft oder gestalten eine Krone damit. Besonders für den Anfangsbuchstaben des eigenen Namens oder einen anderen Lieblingsbuchstaben stelle ich mir so eine Krone ja besonders motivierend vor.

Wortschatzerweiterung zum Schuljahresbeginn
Für Kinder mit DaZ ist es am Anfang besonders wichtig, nicht nur den Wortschatz rund ums Thema Schule und Schulsachen zu lernen, sondern auch die Regeln und Anforderungen kennenzulernen. I_love_DaZ hat deshalb eine kurze Unterrichtssequenz mit dem Titel "Was ist im Mäppchen?" konzipiert.
In dieser Unterrichtssequenz lernen die Kinder nicht nur den Wortschatz zum Thema Mäppchen sowie das Anwenden unbestimmter Artikel, sondern befassen sich auch inhaltlich mit der Frage, welche Materialien sie in ihrem Mäppchen haben sollten. Außerdem können sie das Bilden erster Sätze üben, indem sie beschreiben, was in ihrem (oder einem fiktiven) Mäppchen enthalten ist. Mir gefällt es sehr gut, dass der Erwerb der Sprachkenntnisse hier an einen alltagsrelevanten Inhalt gekoppelt ist. Zum einen unterstützt die konkrete Alltagsrelevanz das Erinnern des Wortschatzes, zum anderen wird den Kindern dadurch das Verständigen in für sie relevanten Bereichen erleichtert.

Mutmachgeschichten
Mut brauchen wir alle, jeden Tag aufs Neue, auch die Kinder. Deshalb hat mrs.pri.mary sechs Mutmachgeschichten geschrieben, mit denen ihr das Selbstvertrauen eurer Schüler*innen stärken könnt. Die Mutmachgeschichten können den Kindern helfen, Vertrauen in ihre eigenen Fähigkeiten zu entwickeln oder es zu stärken. Die Geschichten handeln von verschiedenen Figuren, die Herausforderungen meistern. Das zeigt den Kindern, dass auch sie Schwierigkeiten meistern können. Wie wir alle wissen, trägt ein gewisses Maß an Selbstwirksamkeitsgefühl zur positiven Lernentwicklung und insgesamt auch zur psychischen Gesundheit bei. Deshalb lohnt es sich doppelt, die Mutmachgeschichten einzusetzen.
Die Geschichten lassen sich flexibel und nach euren eigenen Vorstellungen in den Unterricht integrieren:
Natürlich bietet es sich an, die Kinder im Anschluss auch von eigenen Erfahrungen berichten zu lassen. Vielleicht lassen sich an mancher Stelle auch gemeinsame Ideen entwickeln, wie bestimmte Herausforderungen gemeistert werden können.

Life Skills Aufgaben
Im täglichen Leben begegnen vielen Kindern immer wieder Situationen, die sie bewältigen müssen. Besonders in den ersten Jahren der Grundschulzeit gibt es viele notwendige Kompetenzen, die als lebenspraktische Fähigkeiten angesehen werden können - zum Beispiel das Kennen von eigener Adresse und Telefonnummer oder das Zubereiten einfacher Mahlzeiten. Damit solche Meilensteine auch in der Schule einen festen Platz erhalten, hat Foerderkoffer ein umfassendes Material mit Life Skills Aufgaben erstellt.
Das Material enthält viele verschiedene Aufgabenkarten, die die Kinder dazu einladen, sich Life Skills zu erwerben. Manche Aufgaben lassen sich gut in den Unterricht integrieren. Einige Aufgaben lassen sich nur zuhause erledigen und eignen sich auch gut als Hausaufgabe. Hierbei ist es natürlich wichtig, im Vorfeld die Regeln zu besprechen und sich gegebenenfalls auch mit den Eltern abzusprechen. Aufgaben wie zum Beispiel "Gehe allein zum Einkaufen" sind wahnsinnig sinnvoll, aber eben auch nur nach Absprache mit den Eltern möglich. Hier sehe ich aber eine großartige Chance, auch die Eltern dabei zu unterstützen, ihre Kinder selbstständig werden zu lassen.
Passend zu den Aufgabenkarten hat Foerdkoffer außerdem ein Life Skills Journal entworfen, in dem die Kinder ihre Fortschritte und Erfahrungen festhalten können. Diese Form der Dokumentation gefällt mir besonders gut. Zum einen können die Kinder hier ihre Entwicklungsschritte individuell festhalten und reflektieren, zum anderen bietet das Journal auch einen guten Überblick über die Entwicklung und kann somit das Setzen weiterer, individueller Lernziele erleichtern.

Ich hoffe, dass ich euch mit den 8 tollen Ideen zum Schulstart den ein oder anderen Tipp für das neue Schuljahr geben konnte. Aber nun bin ich doch sehr gespannt, ob ihr auch noch einen Geheimtipp für den Schulanfang habt?! Was habt ihr für die ersten Wochen im neuen Schuljahr geplant? Und was ist euch besonders wichtig? Schreibt es gerne in die Kommentare, so dass andere auch von euren Vorschlägen profitieren können!
Liebe Grüße und natürlich einen guten Start ins neue Schuljahr
Jessica
Quellenangabe:
Die tollen Bilderrahmen stammen von Mittelschulliebe.
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