In der 1. Klasse – erster Schultag, erste Schulwoche

Hier ist nun der zweite Teil des Blogbeitrags über die Vorbereitungen für eine erste Klasse. Falls du den ersten Teil verpasst hast, unter meinen Blogpostst kannst du diesen lesen.

Passend zu beiden Teilen gibt es auch die „Checkliste 1. Klasse“, wo du alle wichtigen Punkte zur Vorbereitung auf eine erste Klasse findest.

Den ersten Schultag möchte ich in meinen Ausführungen in drei Teile unterteilen: Beginn, Ablauf und Ende, sodass die Struktur etwas klarer wird.

Der erste Schultag – Beginn

Der erste Schultag dauert bei uns nur eine Unterrichtseinheit, also 50 Minuten lang, was ich für den ersten Tag sehr passend und angenehm finde.

Schön ist es, im Garderobenbereich eine Art Fotowand anzubringen („Mein 1. Schultag“ + Datum), bei der die Familien Erinnerungsfotos an den großen Tag machen können.

In der ersten Klasse ist es mir besonders wichtig, die Kinder und ihre Eltern (Großeltern) direkt bei der Tür zu begrüßen. Vom Schnuppertag her kenne ich die meisten Kinder schon, außerdem machen wir da ja immer Fotos und man kann sich die Gesichter und Namen der Kinder vorab etwas einprägen. Jedes Kind freut sich schließlich darüber, von Anfang an mit dem Namen angesprochen zu werden. Die Kinder betreten nach der Begrüßung das Klassenzimmer und dürfen sich einen Platz aussuchen. Einige Kinder kennen einander schon vom Kindergarten und setzen sich so zu ihren Freunden. Schön ist es auch, den Kindern ein kleines Willkommensgeschenk auf den Platz zu legen, z.B. die Rechenmaus, ein Lesezeichen oder eine kleine Süßigkeit. Sind alle Kinder eingetroffen, bitte ich alle Eltern in den hinteren Bereich der Klasse zu gehen, sodass mich auch alle Kinder gut sehen können. Anschließend folgt eine allgemeine Begrüßung für alle Anwesenden. Manchmal kommt zu diesem Zeitpunkt auch die Schulleitung in die Klasse und begrüßt die Familien ebenfalls.

Der erste Schultag – Ablauf

Und somit sind wir schon mitten im ersten Schultag gelandet! Bei uns gibt es in der Früh immer ein Gebet oder Lied und so starte ich damit bereits auch am ersten Schultag. Dazu wähle ich ein sehr einfaches Lied, die Eltern können an der Tafel auch mitlesen.

Dann schließe ich die Tafel, an deren Außenseite die Namensschilder der Kinder angebracht sind. Jedes Kind darf nun der Reihe nach seinen Namen nennen, sein Schild von der Tafel abholen und auf seinen Platz stellen. Somit üben die Kinder, vor mehreren Leuten zu sprechen und ich sehe außerdem, wer seinen Namen schon in Druckschrift erkennen kann.

Zumeist bleibt dann ein Namensschild übrig, dieses gehört dem Klassenmaskottchen, das daraufhin vorgestellt wird. Das Maskottchen ist meist recht schüchtern und traut sich nicht recht, vor Eltern zu sprechen. Daher bitten wir (Kinder und ich) die Eltern, das Klassenzimmer zu verlassen und im Erdgeschoss zu warten. [Eine schöne Idee ist hier die „Wunschwand“: Im Erdgeschoss ist eine Pinnwand vorbereitet, wo die Eltern mit kleinen Zetteln gute Wünsche für die Erstklässler aufschreiben dürfen. So sind die Eltern beschäftigt und die Wunschwand ist immer wieder etwas sehr Besonderes.]

Anschließend erzählt das Klassenmaskottchen den Kindern kurz etwas über die Schule und das Lernen oder lernt mit den Kindern ein kurzes Schul-Gedicht (vier Zeilen sind ausreichend).

Damit die Kinder nicht nur auf ihren Plätzen sitzen, üben wir anschließend den Übergang in den Sitzkreis, wo ich den Kindern gerne ein Buch vorlese (z.B. „Die Geschichte vom Löwen, der nicht schreiben konnte“). Nach dem Buch bietet sich oft noch ein Lied an – eventuell gleich das Geburtstagslied, da bestimmt Kinder im Sommer gefeiert haben.

In meiner letzten Klasse habe ich den Kindern dann gleich ihre erste Hausübung erklärt: Sie sollten auf einem Arbeitsblatt eine Schultüte mit verschiedenen Mustern nachspuren. Hier durften die Kinder alle Buntstifte aus dem Federpennal ausprobieren, mussten ihren Namen auf das Blatt schreiben und die Hausübung am nächsten Tag am vereinbarten Ort abgeben. Ebenso sollen sich die Kinder gut einprägen, wo ihr Platz war, sodass sie diesen am nächsten Tag wieder finden.

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Ist noch eine zweite Lehrkraft (z.B. Begleitlehrerin) anwesend, so kann diese während der Unterrichtseinheit Fotos machen.

Zum Schluss lasse ich die Kinder in Zweierreihe anstellen. Seit Jahren habe ich eine „fixe Zweierreihe“, da ich so rasch sehen kann, welches Kind noch fehlt (besonders bei Feueralarm wichtig). In der ersten Klasse gestalte ich diese Reihe nach dem Alphabet, das hilft auch mir, die Nachnamen der Kinder rasch zu memorieren. In der Zweierreihe üben wir dann das leise Gehen durch das Stiegenhaus bis hinunter ins Erdgeschoss, wo die Eltern warten. Spontan applaudieren die Eltern dann manchmal, um die „Schulkinder“ zu begrüßen und in Empfang zu nehmen.

Der erste Schultag – Ende

Auch am Ende ist es mir wichtig, mich von jedem Kind persönlich zu verabschieden. So sehe ich auch, wer seine Eltern/Großeltern schon gefunden hat und habe ein gutes Gefühl dabei, die Kinder zu entlassen.

Oft haben Eltern dann noch Fragen, die man rasch klären kann. Der erste Schultag ist somit für die Kinder und Eltern vorbei, für uns Lehrkräfte beginnt anschließend die Konferenz und wir schreiben meist noch einen Elternbrief mit wichtigen Informationen (Abholzeiten, Elternabend etc.).

Die erste Schulwoche

Am zweiten Schultag dürfen die Eltern die Kinder bis in das Klassenzimmer begleiten und ihnen helfen, alle Schulsachen mitzubringen (Malkoffer, Sportsachen, Schultasche, Hausschuhe etc.). An der Tafel gibt es dann immer eine Übersicht, wo welche Materialien verstaut werden sollen (z.B. Malkoffer ins Eigentumsfach, Sportsachen zum Garderobenhaken). Unterstützen hier die Eltern, ist dies innerhalb weniger Minuten erledigt und erspart euch viel Arbeit und Zeit.

Am dritten Schultag möchte ich eher schon, dass die Kinder selbstständig ins Klassenzimmer kommen, dies kündige ich am zweiten Tag an: „Ich bin gespannt, wer von euch soooo mutig ist und morgen schon ganz allein ins Klassenzimmer kommt.“ – 99% der Kinder sind dann mutig und die anderen dann spätestens am vierten Schultag ;-).

In der Früh bespreche ich (bis zur 4. Klasse) immer den Tagesablauf. Hierfür hängen Karten zur Tagestransparenz an der Tafel. So wissen die Kinder, was auf sie zukommt. Am zweiten Tag wird auch „kontrolliert“, ob jedes Kind die Hausübung abgegeben hat.

Anschließend starten wir mit Kennenlernspielen und sehen uns auch im Klassenzimmer um („Ich seh, ich seh, was du nicht siehst…“), um dieses kennenzulernen. Wir sehen uns auch ganz genau in der Garderobe um, damit jedes Kind weiß, wo sein Platz ist und wie die Kleidung aufgehängt wird. Anschließend schauen wir auch, wo sich die Toiletten befinden.

Ganz wichtig ist auch die Präsentation bzw. das Betrachten der Schultasche. So kann man auch gleich feststellen, ob es gleiche Exemplare gibt und schauen, ob diese sich durch etwas (z.B. Anhänger) unterscheiden, um Verwechslungen zu vermeiden. Hier nehme ich auch immer die Heftmappe mit hinein, da viele Kinder nicht wissen, wofür diese ist bzw. wie sie verwendet wird. Im Zuge dessen kann man gleich ein Hausübungsblatt erklären und dieses richtig in die Mappe packen lassen.

In den nächsten Tagen machen wir dann einen Rundgang durch das Schulhaus, sehen uns den Turnsaal, den Computerraum, den Werkraum, die Direktion und teilweise auch andere Klassen an. Ebenso stelle ich den Kindern die Schulleitung und andere Lehrkräfte vor – so üben wir auch das Grüßen.

Ebenso sprechen wir über Pausengestaltung, hier unterscheiden wir zwischen Jausenpause, Hofpause und Spielpausen. Für die erste Klasse habe ich hier immer Piktogramme, die ich zur Tagestransparenz hänge, sodass sie sich auskennen.

Relativ rasch beginnen wir auch in den Büchern und Heften zu arbeiten, lernen das erste Wort („ich“) und schreiben damit auch Sätze. So haben die Kinder auch das Gefühl, von Anfang an zu lernen.

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Am Ende der ersten Schulwoche ändere ich gerne die Sitzordnung, auch hier setze ich die Kinder gerne anfangs alphabetisch, da ich so mit den Namen weniger Probleme habe. In der allerletzten Stunde der ersten Woche findet bereits eine gemeinsame Reflexion statt: Was hat dir gefallen? Was hat dir nicht so gut gefallen? Hier lasse ich (bis zur 4. Klasse) jedes Kind zu Wort kommen.

Und so ist die erste Schulwoche auch schon vergangen und das erste Wochenende nach Ferienende steht vor der Tür. Die erste Woche finde ich immer sehr anstrengend, aber die strahlenden Kinderaugen, die sich schon auf Montag freuen, entschädigen dies.

Wie gestaltest du den ersten Schultag und die erste Woche? Gibt es Parallelen? Machst du Dinge ganz anders als ich? Hast du im Blogbeitrag etwas Neues „gelernt“/erfahren?

Tags: Erste Klasse, 1. Klasse, Vorbereitungen auf die erste Klasse, Anfangsunterricht

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