Da ich als Kindergartenpädagogin gearbeitet habe, finde ich es immer wieder schön, erste Klassen als Klassenlehrerin zu führen. Die Kinder kommen meist sehr unvoreingenommen aus dem Kindergarten, man bietet ihnen die ersten Schulerfahrungen und ist für die meisten Kinder eine Heldin 😉 Ich mag das einfach sehr gerne! Ich zeige den Kindern Schritt für Schritt, wie es in der Schule und speziell in unserer Klasse abläuft und versuche allen ein positives Gefühl für das Lernen und die Schule zu vermitteln. Mein kleines Etappenziel sind immer strahlende Kinderaugen oder schallendes Gelächter an jedem Tag.
Natürlich ist es auch so, dass das Unterrichten in einer ersten Klasse „anders“ anstrengend ist als in einer vierten Klasse: Man muss viel mehr sprechen, kann kaum etwas bis gar nichts voraussetzen und die Kinder benötigen noch viel mehr Unterstützung und Hilfe. So muss anfangs gezeigt werden, wo die Straßenkleidung aufgehängt wird, wo die Hausübung abgegeben wird oder wie Schulsachen in die Schultasche gepackt werden – doch dazu kommen wir später noch ganz ausführlich.
Eine Checkliste für die Vorbereitung auf die 1. Klasse findest du hier.
Der erste Teil des Blogbeitrags umfasst die Themen
Beginnen wir doch einmal am Anfang, nämlich im Winter oder Frühling VOR dem Beginn der ersten Klasse.
Zu diesem Zeitpunkt finden an den meisten Schulen die Aufnahmegespräche (Schuleinschreibung) statt. Dies läuft von Schule zu Schule unterschiedlich ab: Teilweise findet die Einschreibung nur mit der Schulleitung statt und teilweise sind auch die künftigen Klassenlehrer:innen miteingebunden.
Nach Abschluss der Schuleinschreibung werden die Kinder meist den Klassen(lehrern) zugeteilt, die Klassenlisten werden erstellt und die Eltern bekommen die Termine für den Schnuppertag und den ersten Elternabend bekanntgegeben. An meiner Schule finden die beiden Ereignisse am selben Tag statt.
Für den Schnuppertag bereiten wir im Vorfeld einige Stationen vor, an denen die zukünftigen Erstklässler:innen ihr Können und Wissen zeigen dürfen, also zum Beispiel:
Der Schnuppertag dauert bei uns knappe zwei Schulstunden und läuft folgendermaßen ab:
Eine Checkliste für den Elternabend im Allgemeinen findest du hier.
Wie bereits erwähnt, findet der Elternabend vor der 1. Klasse bei uns am selben Tag des Schnuppertages statt. So können die Eltern gleich auch Fragen stellen und auch der Lehrkraft sind die einzelnen Kinder noch gut in Erinnerung. Während der Schnuppertag meist von 9 bis 11 Uhr stattfindet, beginnt der Elternabend bei uns um ca. 18 Uhr und findet ohne Kinder statt.
Zuerst werden die Eltern begrüßt und die Lehrkraft stellt sich vor, anschließend lasse ich immer die Eltern vorstellen und im Zuge dessen möchte ich auch, dass etwas über das Kind erzählt wird (z.B. welche besonderen Fähigkeiten/Talente hat das Kind, worauf freut es sich schon). Hier kann man auch ein paar Informationen zur Klassenzusammensetzung geben (Wie viele Mädchen/Buben besuchen die Klasse? Wie ist die Altersverteilung? etc.).
Im Anschluss gebe ich einen Überblick über den ersten Schultag (Beginn, Dauer, Schultüte etc.) und über die erste Schulwoche – ein Handout für die Eltern mit allen wichtigen Informationen ist für mich hier ein Muss. Auch der allgemeine Tagesablauf an einem „normalen“ Schultag kann besprochen werden, ebenso können schon Hefte und Schulbücher gezeigt werden, damit die Eltern eine Vorstellung davon bekommen. Mir ist es sehr wichtig, dass die Kinder – je nach Alter und Möglichkeit – sehr selbstständig sind, also äußere ich auch meine Erwartungen, z.B. selbstständiges An- und Ausziehen (Schuhe/Jacke/Sportkleidung), eigene Gegenstände erkennen können, Umgang mit Stiften/Schere/Kleber/Radiergummi usw. Hier ernte ich oft betroffene oder verwunderte Blicke der Eltern, die meisten nützen die Zeit über den Sommer bis zum Schulbeginn aber gut und das An- und Ausziehen fällt den Kindern dann nicht mehr schwer – und euch erleichtert es die Arbeit!
Auch andere Lehrkräfte, die die Kinder unterrichten werden, können am Elternabend schon einmal vorgestellt oder erwähnt werden, das gibt vielen Eltern Sicherheit. Selbstverständlich dürfen am Elternabend auch Formalitäten und Dokumente nicht fehlen: So geben wir die Einverständniserklärung für die Bildrechte (Schulhomepage, Social Media, Flyer) aus und ebenso lassen wir das Blatt für die Kommunikations-App (in unserem Fall „SchoolFox“) unterschreiben. So habt ihr die Dokumente gleich wieder und müsst ihnen nicht „nachlaufen“. Ebenso können dann vor Schulbeginn schon Informationen über SchoolFox ausgegeben werden.
Bei uns ist es so üblich, dass die Klassenlehrer:innen in der letzten Ferienwoche die Klassenzimmer herrichten und alles Nötige vorbereiten. Mich stört das nicht, ich mache das gerne und finde es schön, so langsam wieder in den Schulalltag zu starten.
Was braucht es neben der allgemeinen Klassenraumgestaltung (siehe auch Checkliste Schulbeginn) speziell für die erste Klasse?
In der ersten Klasse hänge ich gerne Buchstaben– und Zahlenplakate auf, sodass die Kinder die korrekte Schreibweise vor sich haben. Ob man diese alle von Beginn an aufhängt oder nach und nach, wenn die Zahlen/Buchstaben erlernt wurden, ist Geschmackssache.

Ich bereite gerne Namensschilder zum Aufstellen vor, die ich auch laminiere, da wir sie bis zur 4. Klasse verwenden – bei Workshops, wenn Studierende in die Klasse kommen etc. Außerdem kommen die Schilder in der 1. Klasse sehr oft zum Einsatz, wenn wir im ICH-Heft über andere Kinder der Klasse schreiben.
Oft gibt es an der Schule Lehrkräfte, die dafür zuständig sind, die Accounts für die Kinder anzulegen, teilweise macht dies auch jede/r Lehrer:in selbst. So werden z.B. Accounts für Antolin, AntonApp, Lernmax angelegt.
Bei meiner letzten ersten Klasse habe ich Rechenmäuse eingesetzt – danke an meine Mama fürs Häkeln der vielen Mäuse – es eignen sich aber auch einfache Rechenketten mit 20 Perlen. Die Rechenketten oder Rechenmäuse sind auch ein schönes Geschenk zum Schulbeginn an die Kinder.

Stay tuned: Teil 2 (Der erste Schultag & Die erste Schulwoche) folgt bald!
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