Nachdem das ”Bewerbungsgespräch” solch einen Eindruck hinterlassen hatte, war ich froh, einen kleinen Fußweg bis zu meinem Auto gehen zu müssen. So hatte ich die Gelegenheit alles zu verdauen. Dies machte die Gesamtsituation leider nicht besser. Uns wurde aufgetragen, uns mit der jeweiligen Direktion umgehend in Verbindung zu setzen. Ich setzte mich ins Auto, suchte nach der Schule, fand die Telefonnummer, wählte sie … und wartete einen kurzen Augenblick. Wollte ich das wirklich? Dafür hatte ich doch eine gefühlte Ewigkeit studiert. Aber ist diese Stelle sicher, oder bin ich nur eine von vielen? Aber da war doch niemand außer mir für dieses Schule gekommen. Aber vielleicht wurden sie schon vorher angefragt oder werden es erst später. Aber, aber, aber, … nachdem ich zig “aber”-Sätze durchgemacht hatte und mir langsam der Zweifel ausging, beschloss ich einfach anzurufen. Ich wählte, es läutete … und läutete … mein Herz raste … es läutete … mein Herz rutschte in die Hose … es läutete … jemand meldete sich … mein Herz blieb stehen. Ich holte tief Luft und versuchte nicht nervös zu wirken, stellte mich und den Grund meines Anrufes vor. Meine zukünftige Direktorin meinte, ich könnte in einer Stunde vorbeikommen. Die Schule war mit dem Auto rund 5 Minuten vom Parkplatz, wo ich mich zu der Zeit befand, entfernt. Was machte ich jetzt? Ich hielt es im Auto nicht mehr aus. Ich musste hinaus, mich bewegen, irgendetwas tun, um mich von der Nervosität abzulenken. Da sich die Schule nur wenige Minuten von einem Einkaufszentrum entfernt befand, fuhr ich dort hin. Warum ausgerechnet dorthin und nicht in irgendeinen Park, lag vermutlich daran, dass dieses Shoppingzentrum gewohnte Umgebung für mich war und ist, dies beruhigte mich etwas. Also fuhr ich hin, spazierte, vertrieb mir irgendwie die Zeit. Wie genau, weiß ich nun auch nicht mehr. Die Nervosität ließ mich alles vergessen.
Es war nun soweit. Ich musste in die Schule fahren. So gestresst waren meine Nerven, dass ich zu früh ankam. Also wartete ich vor der Schule, als eine ältere Dame auf dem Fahrrad daherkam. Auch wenn ich es zuerst nicht glauben konnte, stellt sich heraus, dass dies meine zukünftige Frau Direktor gewesen war. Wir gingen hinein und setzten uns vor die Direktion. Da waren Tische mit Stühlen, bereit für jegliche Art von Gespräch. Das Erste, was mich meine zukünftige Direktorin fragte, war: “Warum sind Sie da?“ Ich verstand zwar die Frage, aber sie ergab für mich einfach keinen Sinn. Wie, warum bin ich da? Es klang zuerst nach einer Fangfrage, aber dies hätte eigentlich das erste Warnsignal sein müssen, welches mich vor der "ausgezeichneten" Zusammenarbeit zwischen Schulen und der oberen Instanz warnen hätte sollen. Aber ich übersah es. Die nächste Frage lautete dann: “Haben Sie irgendwelche Bewerbungsunterlagen mit? Sie müssen immer welche dabeihaben!” Das hat sie jetzt nicht wirklich gefragt/gesagt? Ich war perplex. Das zweite Warnsignal. Ich ärgerte mich grün und blau, denn ich bin normalerweise bemüht eine sehr verlässliche und gut organisierte Person zu sein. Im Endeffekt wusste die Direktorin nicht, was sie mit mir machen sollte, oder weshalb ich überhaupt da war. Wie absurd - sind hier irgendwo versteckte Kameras? Scheinbar schien der Kommunikationsweg zwischen Bildungsdirektion und Direktion nicht so gut zu funktionieren, wie ich zuvor geglaubt hatte. Also meinte sie, sie rufe in der Bildungsdirektion an, da ich ihr auch keine genaueren Auskünfte geben konnte, außer meine studierten Fächer und welche ich bereit war zu unterrichten - in dieser Situation und voller Hoffnung auf einen Job war ich bereit alles zu unterrichten. Sie ging in ihr Büro und kam nach wenigen Augenblicken zurück. Sie meinte lediglich, es melde sich keiner, machte eine kurze Pause, überlegte und meinte dann: “Na egal, ich nehme Sie trotzdem. Wir machen das schon!" Da mir die Worte fehlten, das Gespräch scheinbar sein Ende gefunden hatte, verabschiedeten wir uns und ich fuhr nachhause. Ich war nun in der Bildungsdirektion bei einem vermeintlichen Bewerbungsgespräch gewesen, wurde einer Schule zugeteilt, welche nicht wusste, was sie mit mir anfangen sollte, und ging von der Direktorin vertröstet heim, ohne zu wissen, ob ich nun eine Stelle hatte oder nicht...
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