Der besagte Tag war nun gekommen. Aufgeregt machte ich mich fertig, zerbrach mir den Kopf über die Kleidungsauswahl. Ich wollte nicht overdressed aber auch nicht underdressed erscheinen. Als ich in der Bildungsdirektion ankam, wurde ich in einen Raum mit zwei weiteren Personen an einen riesigen Tisch gesetzt. Drei Damen der Bildungsdirektion betraten den Raum und setzten sich auf das andere Ende des Tisches. Anfangs dachte ich, dass neben mir weitere Bewerberinnen für dieselbe Stelle saßen, doch wie sich herausstellte, hatten sie uns bereits fix den Schulen zugeteilt. Eine Kollegin kam an eine Volksschule, wenn ich mich recht erinnere. Ich erinnere mich auf jeden Fall daran, dass sich die besagte, junge Dame, schätzungsweiße 22-23 Jahre alt, für eine Stelle an einer Volksschule beworben hatte, jedoch nur für eine Teilzeitbeschäftigung. Ich werde nie vergessen, als die Dame der Bildungsdirektion im selben Atemzug nach der Bekanntgabe der Schule meinte: “… und erwarten Sie sich ja nicht, dass Sie einen Tag frei bekommen. Ihre Dienstzeiten werden über alle 5 Tage verteilt werden.“ Mir stockte kurz der Atem. Ich hatte ein gewisses Niveau und einen respektvollen Umgang erwartet, nichts Großartiges, aber unter Pädagog:innen sollte doch ein angemessener Umgangston doch normal sein, oder?
Naja, und dann war ich dran. Die Dame der Bildungsdirektion schaute mich an, nannte mir die Schule, begutachtete mich von oben bis unten und meinte dann nur noch: “Aber das werden Sie schon schaffen!” Ich schluckte kurz. Was war das für eine Schule? Was erwartete mich da? Ich war eingeschüchtert. Die Dame der Bildungsdirektion nannte uns ihren Namen. Der Nachname klang ungewöhnlich und bestand aus 2. Da ich den Namen am Anfang des Gespräches nicht verstanden bzw. ihn mir nicht gemerkt hatte, da ich nicht wirklich darauf geachtet hatte, musste ich unbedingt nachfragen, denn sie betonte, dass egal, was in der Schule seine sollte, sie quasi für uns zuständig sei. Zuerst traute ich mich nicht und dann tat ich es doch. Als ich sie höflich nach ihrem Namen fragte - zumindest hatte ich mich bemüht, höflich zu klingen - schaute sie mich zuerst abwertend und verwundert zugleich an, als hätte ich sie um ein Date gebeten und das per Du und einen doofen Anmachspruch angehängt. Sie wiederholte ihren Namen und ich wusste ihn danach noch immer nicht. Aber ich konnte nicht noch einmal fragen. Zum Schluss wurde uns gesagt, wir sollten uns gleich mit der Direktion in Verbindung setzen und alles andere klären. Ich verabschiedete mich, ging zu meinem Auto zurück, setzte mich und nahm mein Handy in die Hand. Doch bevor ich die Schule suchen konnte, stellte ich mir folgende Frage: Was um Himmelswillen ist in mich gefahren, gebe ich gerade tatsächlich mein tolles Team für das hier auf?
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