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Die Steinzeit
Vor etwa 5.000 Jahren wurde in Mesopotamien die Schrift erfunden. Die Menschen begannen sich mittels erfundener Zeichen Inhalte mitzuteilen, die bis heute erhalten geblieben sind und auf diese Weise den Menschen von damals noch immer eine Stimme verleihen. Die Inhalte dieser Schriftstücke können bisweilen trivial sein, beispielsweise wenn es sich um die Auflistung der Vorräte in einem Lagerhaus o. Ä. handelt, liefern dem Historiker jedoch wertvolle Hinweise und handfeste Tatsachen über das Leben in früherer Zeit. Die Erfindung bzw. Einführung von Schrift markiert für die jeweilige Region den Anfang der Geschichtsschreibung und deklariert gleichzeitig alles, was vor diesem Ereignis geschehen ist, als Vorgeschichte.
In Europa reicht die Zeit der Vorgeschichte viel näher an die Gegenwart heran, als es in Mesopotamien oder Ägypten der Fall ist, da sich die Verwendung von Schriftzeichen hier erst deutlich später durchgesetzt hat.
Die Vorgeschichte selbst wird in verschiedene Unterabschnitte eingeteilt, wobei man sich an den Materialien orientiert, welche in der jeweiligen Epoche bevorzugt für die Herstellung von Waffen und Werkzeugen verwendet wurden. Von der Eisen- über die Kupfer-/Bronzezeit gelangen wir zeitlich rückwärts schließlich in die sogenannte Steinzeit, deren Name darin begründet ist, dass die bis heute aus dieser Zeit erhaltenen Artefakte vorwiegend aus diesem Material gefertigt sind.
In Ermangelung schriftlicher Zeugnisse ist der Prähistoriker darauf angewiesen, neben menschlichen Knochenfunden auch weitere steinzeitliche Fundstücke sowie deren Fundstellen genau zu untersuchen und Hypothesen über ihre mögliche Verwendung in der Vorzeit aufzustellen. Dabei arbeitet er eng mit anderen Wissenschaftlern, wie z. B. Anthropologen oder Geologen zusammen. Trotzdem kommt es häufiger vor, dass sich Hypothesen als falsch herausstellen, sobald mit neuen Knochenfunden o. Ä. neue Erkenntnisse zu Tage treten.
Kennzeichnend für die Steinzeitforschung ist es daher, dass bisher als erwiesen geglaubtes Wissen von Zeit zu Zeit revidiert oder präzisiert werden muss, wenn neue Fundsachen auftauchen oder genauere Untersuchungsverfahren ein neues Licht auf bisherige Erkenntnisse werfen. Als ein Beispiel hierfür sei die Stellung des Neandertalers genannt, der bis vor Kurzem noch als ein ausgestorbener Nebenzweig des menschlichen Stammbaums galt, wel-
cher nicht zu den Vorfahren des heutigen Homo sapiens gehört. Im Mai 2010 jedoch veröffentlichten Genetiker neue Erkenntnisse, nach denen bis zu 4 % unserer DNA eindeutig auf den Neandertaler zurückgehen, diese Menschenart also durchaus in unserer Entwicklung eine, wenn auch untergeordnete, Rolle spielt.
Insbesondere, wenn es um die Evolution des Menschen selbst geht, gibt es nach wie vor noch weitere zahlreiche Unklarheiten und Lücken zu beseitigen. Weitgehend einig sind sich Prähistoriker jedoch darin, die Wiege der Menschheit im heutigen Afrika zu vermuten und die Steinzeit in drei Abschnitte einzuteilen. Im Folgenden erhalten Sie eine kurze Übersicht über die drei Abschnitte mit einer ungefähren zeitlichen Eingrenzung.
Das Paläolithikum (Altsteinzeit) ist der längste Abschnitt, in dem die ersten menschenähnlichen Wesen damit beginnen, grobe Werkzeuge aus Stein herzustellen und sich von Afrika aus über die Erde ausbreiten. In diesem ca. 2-3 Mio. Jahre umfassenden Zeitraum verliert der Mensch zunehmend die Ähnlichkeit zum Affen:
a) in körperlicher Hinsicht: Er entwickelt den aufrechten Gang, verliert an Körperbehaarung,
Schädel und Gliedmaßen vergrößern sich.
b) in geistiger Hinsicht: Er beginnt das Feuer zu beherrschen, seine Werkzeuge zunehmend zu verbessern, Skulpturen und Kunstwerke herzustellen.
c) in sozialer Hinsicht: Der Mensch wird zum Gemeinschaftswesen, das nicht nur aus reiner Notwendigkeit bei der Jagd mit anderen kooperiert, sondern auch Einfühlungsvermögen gegenüber seinen Mitmenschen zeigt (die Pflege von gebrechlichen und alten Menschen wurde nachgewiesen, ebenso wie Beerdigungsriten bei Neandertalern) und das eine im Vergleich zum Affen deutlich komplexere Sprache entwickelt, um miteinander zu kommunizieren.
Die Menschen des Paläolithikums waren Jäger und Sammler. Dementsprechend bauten sie keine festen Unterkünfte und lebten, entgegen dem gängigen Klischee, lediglich vorübergehend in Höhlen, z. B. während der besonders harten Winterperiode. Letzteres ist v. a. für Europa belegt, welches besonders stark von der letzten Eiszeit geprägt wurde.
Das Mesolithikum (Mittelsteinzeit): Die letzte Eiszeit endete vor ungefähr 12.000 Jahren. Über einen vergleichsweise kurzen Zeitraum von ca. 4.000 Jahren hinweg (je nach Region) veränderte sich das Klima in Europa und mit ihm auch das Leben der Menschen. Aufgrund der milder werdenden Temperaturen starben Tiere, die besonders gut an extreme Kälte an-
gepasst waren, aus (z. B. Mammut, Wollnashorn etc.), andererseits fanden andere Tierarten nun leichter Futter. Sie vermehrten sich und zogen v. a. weniger für die Nahrungssuche umher. Für den Menschen bedeutete dies, dass er zunehmend sesshafter werden konnte, da seine Jagdbeute standortbezogener lebte.
Im Neolithikum (Jungsteinzeit) zeigten sich schließlich die Auswirkungen der vorangegangenen Umbruchphase. Der Mensch wurde sesshaft, baute erste Vierwandhäuser (im Gegensatz zu den vorher meist runden Hütten) und verließ sich bei der Jagd und beim Sammeln von Essbarem weniger auf sein Glück. Stattdessen ging er dazu über, Tiere, die er zuvor ausschließlich jagte, bei sich aufzunehmen, zu versorgen und zu züchten: Er hielt sich Haustiere. Außerdem rodete er Flächen und säte Getreide, welches er zuvor sammelte, nun gezielt aus, um es später abzuernten. Ackerbau und Viehzucht hatten verbesserte Kleidung, eine vielseitigere Ernährung und somit eine weitere Ausbreitung des Menschen über die Erde zur Folge.
Der moderne Mensch und die Steinzeit
Die Familie Feuerstein dürfte vielen Kindern aus dem Fernsehen bekannt sein: Steinzeitmenschen, die zwar Felle tragen und sich in einer steinernen Welt bewegen, sich dabei aber mit durchaus neuzeitlichen Problemen herumschlagen und keinerlei modernen Luxus missen müssen.
Dass so wie die Feuersteins niemand vor vielen Jahrtausenden gelebt hat, dürfte jedem verständlich sein. Andererseits hält sich allgemein aber auch noch immer das weitverbreitete und ebenso falsche Klischee vom keulenschwingenden, primitiven Neandertaler, welcher in Höhlen haust, geistlose Grunzlaute von sich gibt und dabei rohes Fleisch verspeist, der Neandertaler also als Synonym für Primitivität und Dummheit. Dieses Bild ist natürlich ebenso falsch wie das, das die Feuersteins vermitteln.
Wie also lebten die Menschen in der Steinzeit wirklich? Und was hat deren Leben noch mit unserem zu tun?
Dies ist unmöglich in einem einzigen Satz zu beantworten. Die Entwicklung des Menschen stellt jedoch zunächst einmal eine einzigartige Erfolgsgeschichte dar: Dass der Mensch sich zu dem entwickelt hat, was er heute ist, verdanken wir seiner beachtlichen Fähigkeit, sich nicht nur optimal an seine jeweilige Umwelt anzupassen, sondern diese auch jeweils so zu nutzen und zu verändern, dass es ihm zum Vorteil gereicht. Dabei hat der Erfindergeist einer jeden vorangegangenen Epoche dazu beigetragen, das Leben der nachfolgenden zu erleichtern und schließlich unsere moderne Zivilisation mitzubegründen. Auch der Mensch der
Steinzeit hat seinen nicht unbeträchtlichen Anteil daran, ist es ihm doch gelungen, trotz widriger Bedingungen (z. B. der Eiszeit) das Überleben der Art zu sichern, indem er seine Jagdtechniken immer mehr ausfeilte, das Feuer beherrschen lernte und vieles mehr. Darüber hinaus erfand er sogar noch die Kunst in Form von Höhlenmalerei, geschnitzten Skulpturen oder dem Bau von Musikinstrumenten.
Und wie sähe unsere Ernährung aus, wenn nicht der Mensch der Steinzeit das Brot erfunden hätte?
Die Steinzeit ist uns also in vielerlei Hinsicht noch immer näher, als wir auf den ersten Blick erwarten würden. Andererseits verdeutlicht eine Auseinandersetzung mit diesem Abschnitt der Menschheitsgeschichte aber auch, in wie weit sich der moderne Mensch inzwischen von seinen Wurzeln und seinen eigentlichen Grundbedürfnissen entfernt hat. Autos, Flugzeuge, Fernseher, Computer, Telefone, Zentralheizungen, Supermärkte - die Liste der zivilisatorischen Errungenschaften, die uns heutzutage das Leben erleichtern, ließe sich noch endlos weiterführen und eine Welt ohne all diese Erleichterungen, ist für uns nur noch schwer vorstellbar. Manch einem mag eine solche Vorstellung vielleicht sogar Angst bereiten.
Die Beschäftigung mit der Steinzeit geht daher immer auch mit einem (Wieder-)Heranführen der Kinder an unsere Natur einher: Wenn wir alles von Menschen künstlich Erschaffene wegdenken, bleibt am Ende nur noch sein eigentlicher, natürlicher Lebensraum übrig. Und sich in diesem zurechtzufinden und zu überleben müssten heutige Kinder erst lernen.
Vorbereitungen
Im Folgenden erhalten Sie Hinweise, wie Sie einzelne Stationen vorzubereiten haben. Des Weiteren werden - dort, wo erforderlich - die benötigten Materialien genannt.
Station 1: Die Doppelgängerkarten müssen laminiert und ausgeschnitten werden.
Station 3: Falls möglich, sollten die Kinder die Zutaten für die Rezepte in Begleitung eines Erwachsenen tatsächlich selber in der Natur suchen, um zu erfahren, wie zeitintensiv es ist, eine ausreichende Menge an Zutaten zusammenzubekommen, um davon satt zu werden.
Station 5: Für diese Aufgabe muss eine ausreichende Menge Bastelplüsch sowie Scheren, Wasserfarben, Papier und Klebstoff zur Verfügung stehen.
Station 7: Aus hygienischen Gründen ist es natürlich auch möglich, die echten Vogelfedern durch bunte Federn aus dem Bastelladen zu ersetzen. Außerdem werden Bohrer und Schnur bzw. Lederbänder benötigt.
Station 9: Für die Höhlenmalerei kann man einfach mit Wasserfarben auf braune Packpapierbögen malen lassen. Wer es gerne steinzeitlicher haben möchte, kann selber Pinsel und Farben herstellen.
Für einen Pinsel benötigt man ein dünnes Ästchen, an dem mit Bindfaden ein Büschel (Pferde-)Haare befestigt wird.
Farben lassen sich aus Wasser, Eiweiß (als Bindemittel) und einigen Tropfen Speiseöl anmischen. Die Farbtöne entstehen durch Zugabe folgender Zutaten:
Brauntöne erhält man durch entsprechende Erde oder Ton, Schwarz durch Zugabe von Asche. Im Mörser zerstoßene Ziegelsteine ergeben einen bräunlichen Rotton, Blaubeeren und Johannisbeeren ergeben Pink bzw. Rot.
Sehr schön wird meistens eine Gemeinschaftsarbeit, bei der eine lange Rolle Packpapier ausgelegt und von den Schülern zusammen gestaltet wird, indem sie Handabdrücke oder steinzeitliche Tierdarstellungen erstellen. Vorlagen für solche Tierzeichnungen lassen sich im Internet finden.
Die Handabdrücke lassen sich herstellen, indem man die Hände einfach anmalt und auf das Papier drückt, oder indem man die Farbe in eine Blumensprühflasche füllt und den Handumriss aufsprüht.
Achtung: in diesem Fall muss die Auftragskarte für diese Station entsprechend geändert werden!
Station 11: Außer den auf dem Arbeitsblatt genannten Materialien werden Feilen benötigt und Eierpikser o. Ä., um die Löcher in die Muschelschalen zu bohren. Alternativ kann man diese auch an einem rauen Stein so lange reiben, bis die Schale dünn wird und schließlich
aufbricht.
Wir wünschen Ihnen viel Freude und Erfolg beim Einsatz der Werkstatt!
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