eduki Qualität
60 Seiten
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70 Seiten






Ein Staat hat im zweiten Jahr 30 Milliarden mehr Schulden als im ersten. Trotzdem sinkt seine Schuldenquote. Gleichzeitig steigen seine jährlichen Zinsausgaben. Wie können alle drei Aussagen stimmen – und welche davon ist wichtig, wenn die Regierung über die Sanierung maroder Brücken entscheidet?
Dieses Unterrichtsmaterial für Wirtschaft, Politik und Sozialwissenschaften in der Oberstufe verbindet die Berechnung der Schuldenquote mit einer politischen Entscheidung. Ausgangspunkt ist ein fiktiver Staat: Sein Schuldenstand steigt von 600 auf 630 Milliarden, während das nominale Bruttoinlandsprodukt von 1.000 auf 1.100 Milliarden wächst. Die Schülerinnen und Schüler berechnen die Quoten beider Jahre. An den Ergebnissen erkennen sie, weshalb der absolute Schuldenstand und sein Verhältnis zur Wirtschaftsleistung unterschiedliche Fragen beantworten.
Nun muss der Kurs entscheiden, wie die Brückensanierung finanziert werden soll. Eine Kreditaufnahme verteilt die Finanzierung über die Zeit. Eine Umschichtung vermeidet neue Kredite, bindet aber Mittel, die bereits für andere Aufgaben vorgesehen waren. Die Lernenden entwickeln Argumente für beide Wege und benennen Informationen, die ihnen für ein belastbares Urteil fehlen.
Den Abschluss bildet eine simulierte Haushaltsanhörung. Jede Gruppe verfasst ein einseitiges Gutachten mit Rechenbeleg, Gegenargument und einer Bedingung, unter der sie ihre Empfehlung ändern würde. Das 25-seitige Paket enthält Schülerheft, Lehrermaterial und Klausurtraining mit Erwartungshorizont.
Müssen sich die Schülerinnen und Schüler für oder gegen neue Schulden aussprechen?
Beide Positionen lassen sich begründen. Bewertbar wird das Urteil dadurch, dass die Gruppe ihre Bezugsgrößen richtig verwendet, die Folgen der Alternative berücksichtigt und erklärt, welche zusätzliche Information ihre Entscheidung verändern könnte.
Behandelt das Material die deutsche Schuldenbremse?
Der Schwerpunkt liegt auf Schuldenstand, Schuldenquote, Zinsausgaben und Investitionsentscheidungen. Der Modellstaat unterliegt im Unterrichtsfall keinen vorgegebenen nationalen Fiskalregeln. Dadurch lässt sich die wirtschaftliche Abwägung zunächst unabhängig von einer bestimmten Rechtslage erarbeiten.
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