Geomatiker | Erdkunde, Sachunterricht, Informatik & Künstliche Intelligenz (KI)
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Eine Wetter-App speichert eine Woche lang alle 10 Minuten den Standort von „Nutzer 4711“ – ohne Namen. Ist die Person damit geschützt? An vollständig erfundenen, synthetischen Bewegungsdaten in der Modellstadt Kartenhausen werten die Schülerinnen und Schüler ein Bewegungsprofil aus, unterscheiden Beobachtungen, begründete Vermutungen und Aussagen, die aus den Daten gar nicht ableitbar sind, und entdecken: Wohnort und Schule zusammen machen 12 von 16 Kennungen eindeutig. Mit dem Wortlaut der DSGVO klären sie Pseudonymisierung und Anonymisierung. Im Tandem „Datenschützer gegen Datendetektive“ testen sie Schutzmaßnahmen – ohne dass echte Daten der Klasse erhoben werden.
Lernziel: Die Schülerinnen und Schüler lesen Orte und Abläufe aus einem Bewegungsprofil ab, ordnen Aussagen als Beobachtung, begründete Vermutung oder „aus den Daten nicht ableitbar“ ein, trennen dabei die räumliche Genauigkeit eines Ortes von der Sicherheit seiner Deutung (eine Rasterzelle ist kein Beweis), unterscheiden Pseudonymisierung und Anonymisierung mit dem Wortlaut der DSGVO und bewerten Schutzmaßnahmen nach Wirkung und Nutzen.
Ablauf (Doppelstunde, Planungsvorschlag): AB 1 Einstieg: Punktwolke einer Woche, Leitfrage · AB 2 Bewegungsprofil auswerten: Orte, Wochen-Zeitstrahl, Dauer, reine Beobachtungen · AB 3 Beobachtung, Vermutung oder nicht ableitbar? (Sortieren mit Beurteilungskriterien) · AB 4 Pseudonym ist nicht anonym (16 Kennungen, DSGVO Art. 4 Nr. 1, Art. 4 Nr. 5, Erwägungsgrund 26 im Wortlaut – einschließlich des Maßstabs der „nach allgemeinem Ermessen wahrscheinlich“ genutzten Mittel – mit Erklärung in einfachen Worten) · AB 5a/5b Tandem: Datenschützer schützen Rohdaten mit Vergröbern, Löschen oder Zusammenfassen, Datendetektive versuchen trotzdem Rückschlüsse · AB 6 Auswertung, Schutz im Alltag, Merksatz, Modellgrenzen. Für 45 Minuten gibt es eine ausgewiesene Kurzfassung; mit ausführlicher Diskussion sind drei Stunden empfehlenswert.
Vertiefung (optional): V 1 Die Studie „Unique in the Crowd“ (2013) und eine eigene Vergröberung auf 800 m · V 2 Datenminimierung (DSGVO Art. 5) und passende App-Einstellungen begründen
Für die Lehrkraft: Vorbereitung auf einen Blick (Zeitplan, Kopierübersicht), Lernziele, fachliche Einordnung, typische Fehlvorstellungen, Differenzierung, ausdrücklicher Hinweis zum Verzicht auf echte Schülerdaten und zum behutsamen Umgang mit sensiblen Themen, 6 Tippkarten, Selbstcheck mit Selbsteinschätzung, vollständige Lösungen mit Zwischenschritten, Musterantworten je Schutzmaßnahme, Beurteilungskriterien für offene Aufgaben, Begleitbogen
Druckfreundlich: Schülerteil und Lösungen sind getrennte Seitenblöcke; alles schwarz-weiß lesbar
Ehrlich gekennzeichnet: Alle Personen und Daten sind erfunden, die Karten schematisch; Gesetzestexte wörtlich zitiert (EUR-Lex) und vereinfacht erklärt – keine Rechtsberatung; Kasten „Was unser Modell zeigt – und was nicht“
Zielgruppe und Voraussetzungen: Klasse 7–8 (Schwerpunkt 8), auch in Klasse 9 gut einsetzbar. In Klasse 7 mit sprachlicher Führung (zwei kurze Gesetzesauszüge verpflichtend, ein Beispiel gemeinsam sortieren, Kennungen arbeitsteilig auswerten – im Heft beschrieben). Voraussetzungen: Koordinaten in einem Gitter ablesen, Uhrzeiten und Zeitspannen berechnen, einfache Karten lesen. Keine Vorkenntnisse zu Datenschutz oder Informatik nötig.
Lieferumfang: 1 PDF (32 Seiten) + optional 1 ZIP (IMK05_Zusatzdateien.zip) mit 4 CSV-Dateien (synthetische Daten, getrennt nach Schueler/Lehrkraft) und LIESMICH-Dateien
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