Lehrkraft und Fachleiter. Material mit Lösungen, Erwartungshorizont und belegter Befundlage.
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„Bei AB sind A und B gleich stark dominant.“ Der Satz erklärt nichts und erzeugt ein Bild, das im Weg steht: zwei Merkmale, die miteinander ringen und sich die Waage halten. Bei AB ringt gar nichts. Beide Enzyme arbeiten, beide Zuckerreste sitzen nebeneinander auf derselben Zelle, und es entsteht kein Mittelding. Kodominanz ist genau das — und sie ist an den Blutgruppen so klar zu zeigen wie an kaum einem anderen Merkmal der Sekundarstufe I.
Die zweite Verkürzung ist folgenreicher. Ein Kreuzungsschema kann eine Elternschaft ausschließen; beweisen kann es sie nie. Und selbst der Ausschluss gilt nur, solange keine seltene Ausnahme vorliegt: Der Bombay-Phänotyp bricht ihn. Diese Einheit behandelt die Vererbung der Blutgruppen — drei Allele an einem Genort, sechs Genotypen, vier Blutgruppen, Kreuzungsschema und Stammbaum — und macht die Grenze der Aussage zum Gegenstand statt zur Fußnote.
Sechzehn Seiten. Zwei Seiten für die Lehrkraft eröffnen mit Einordnung, Ablauf, den drei Niveaus und der Ehrlichkeitstabelle — dazu eine Tabelle mit neun Sätzen, die über die Vererbung der Blutgruppen regelmäßig zu kurz greifen, und der Hinweis zu Vaterschaftsaufgaben mit den Regeln, nach denen sie in diesem Heft gestellt sind.
Zwei Seiten zum Aushängen folgen. Das Merkplakat „Drei Allele — und vier Blutgruppen“ zeigt ein vollständiges Kreuzungsschema mit allen vier Feldern. Die große Abbildung „Fünf Zellen, ein Stammbaum, drei Geltungsansprüche“ stellt dieselbe Sache in drei Darstellungen daneben und fragt, was jede von ihnen verfehlt. Beide sind auf A3 kopierbar.
Fünf Arbeitsseiten tragen 13 Aufgaben in drei Niveaus. Die Datenseite arbeitet mit Allel- und Blutgruppenhäufigkeiten und lässt aus einem Allelanteil den Anteil der Gruppe 0 ausrechnen; das Ergebnis wird mit dem gemessenen Wert verglichen. Das Kartenblatt bringt zwölf Karten zum Ausschneiden: acht Fachwörter, zwei Zahlen, zwei Fehlvorstellungen.
Zwei Lösungsseiten geben zu jeder der 13 Aufgaben eine kommentierte Lösung; jedes Kreuzungsschema ist darin Feld für Feld durchgerechnet. Eine Fachwortliste mit Selbstkontrolle folgt, dazu fünf Angaben, die hier mit Begründung fehlen, und ein Kasten dazu, warum Vaterschaft heute anders untersucht wird — ohne Zahlen und ohne Verfahrensdetails. Die letzte Seite trägt Quellen, Ampel und Reihenleiste. Alle 15 Abbildungen sind eigene Zeichnungen und tragen ihre Bildunterschrift und ihre Herkunft.
Wie die Seiten aussehen, gehört bei diesem Thema zur Sache. Die Hefte sind handgezeichnet gesetzt: gezeichnete Rahmen statt gerader Kästen, Aquarellflächen hinter den Konturen, Beschriftungen und Bildunterschriften in Handschrift, warmes Papier. Der Nutzen ist handfest — eine gezeichnete Zelle mit ihrer Beschriftung daneben erklärt sich schneller als ein Absatz über dieselbe Zelle, und eine Klasse, die zwei Seiten lang Kästen und Fließtext gesehen hat, sieht beim dritten nicht mehr hin.
Die drei Niveaus heißen I, II und III. Sie sind Grade der Unterstützung, nicht Grade der Schwierigkeit, und sie arbeiten am selben Gegenstand. Niveau I gibt die Aufgabe mit Vorentlastung: Fachwörter am Rand, eine vorstrukturierte Tabelle, die Anzahl der gesuchten Lösungen genannt, dazu ein Hilfekasten in zwei Stufen. Niveau II gibt dieselbe Aufgabe ohne jede Stütze — dieselbe Tabelle, wörtlich, dieselbe Frage. Niveau III denkt dieselbe Sache weiter: begründen, ein Modell prüfen und ändern, eine verbreitete Behauptung widerlegen. Kein neuer Stoff, keine Zusatzaufgabe für Schnelle.
Konkret in dieser Einheit: Auf Seite 6 steht die Tafel „Drei Allele, sechs Genotypen, vier Blutgruppen“ — jeder Genotyp mit dem Enzym, das er mitbringt, und dem, was daraus auf der Zelle sitzt. Dazu stehen die Fachwörter am Rand erklärt, die Tabelle ist vorstrukturiert und die Anzahl der gesuchten Lösungen genannt. Auf Seite 8 steht wörtlich dieselbe Tafel ohne jede Stütze. Beim zweiten Gegenstand ist die Stufung noch direkter zu sehen: Dieselbe Kreuzung erscheint auf Seite 7 mit einem bereits eingetragenen Feld und auf Seite 9 mit leeren Feldern — dasselbe Schema, dieselbe Frage, ein Halt weniger. Auf Seite 10 wird an einem Stammbaum begründet, wen ein Befund ausschließt.
Die Niveaus werden ausgelegt, nicht zugeteilt. Auf jeder Arbeitsseite steht, wohin man geht, wenn es zu leicht oder zu schwer war, und dass der Weg von II zurück zu I kein Rückschritt ist. Kein Blatt sagt, für wen Niveau I gedacht sei. Was zu dieser Form an Befunden vorliegt und wo Belege fehlen, steht in der Ehrlichkeitstabelle auf Seite 2 — auch dann, wenn die Antwort unbequem ist.
Kodominanz wird über das Enzym erklärt, nicht über ein Bild vom Kampf. Die Tafel auf den Seiten 6 und 8 führt zu jedem Genotyp das Enzym mit, und daraus folgt ohne weitere Behauptung, warum bei AB beide Zuckerreste nebeneinander auf der Zelle sitzen und warum bei 0 keiner sitzt. Zwei Aufgaben grenzen die Kodominanz gegen die intermediäre Vererbung ab. Der verkürzte Satz steht einmal im Heft, auf der Lehrkraftseite und auf einer Karte, und das Heft hält ausdrücklich fest, dass dasselbe Material die korrekte Schreibweise der Allelsymbole selbst empfiehlt. Kein Verlag wird genannt.
Ausschließen ja, beweisen nie — und der Ausschluss ist nicht absolut. Der Vorbehalt steht nicht einmal am Ende, sondern an jeder Aufgabe, die etwas ausschließt, und im Fuß der Regeltabelle. Der Bombay-Phänotyp ist der Fall, der ihn bricht: in Europa mit einer Häufigkeit von 1 zu 1 000 000, in Indien mit 1 zu 10 000. Ein eigener Stammbaum auf Niveau III zeigt genau diesen Fall.
Die Vaterschaftsaufgaben sind nach sechs Regeln gestellt, die auf Seite 2 als eigene Entscheidung gekennzeichnet sind und nicht als Forschungsstand: Keine Aufgabe fragt nach der eigenen Familie, alle Personen sind erkennbar erfunden, gefragt ist immer der Ausschluss und nie der Beweis, und zwei Aufgaben verlassen den Vaterschaftskontext ganz und arbeiten stattdessen mit einer Verwechslung im Krankenhaus.
Jedes Kreuzungsschema im Heft ist durchgerechnet, und die Lösungen zeigen die Rechnung, nicht nur das Ergebnis. Auf der Datenseite rechnet die Klasse aus einem Allelanteil den erwarteten Anteil der Gruppe 0 aus und vergleicht ihn mit dem gemessenen Wert — beide Zahlen stammen aus derselben Erhebung an 624 164 Blutspendern, und dass sie nah beieinanderliegen, ist selbst eine Aussage über das Modell. Zu jeder der 13 Aufgaben gehört eine kommentierte Lösung.
Und dann die Bebilderung, die diese Fassung am deutlichsten von üblichem Arbeitsmaterial trennt. In diesem Heft stehen fünfzehn Abbildungen auf sechzehn Seiten — jede Seite, die etwas zeigen kann, zeigt es auch, und keine Arbeitsseite besteht aus Fließtext mit Schreiblinien. Alle 15 sind eigene Zeichnungen aus einer eigenen Zeichenmaschine: kein Foto, keine fremde Abbildung, keine fremde Tabellenstruktur, und kein Zeichen des Roten Kreuzes, denn das ist geschützt. Jede Abbildung trägt eine Bildunterschrift, und die Unterschrift arbeitet: Sie sagt, woher die Darstellung stammt, und sie sagt, was das Bild nicht zeigt — dass es schematisch ist, dass es keinen Maßstab behauptet, dass fünf gezeichnete Zuckerketten für sehr viel mehr stehen. Verneinung ist durchweg das Andreaskreuz, Ankreuzfelder sind leere Quadrate.
Für Biologie am Gymnasium, Jahrgangsstufe 8 und 9. Diese Einheit ist einzeln einsetzbar; die Grundlagen aus Einheit 1 stehen auf den Seiten 4 und 5, in der Tafel und in der Fachwortliste.
Ein Hinweis, der zur Einordnung gehört und den man besser vor dem Kauf liest als danach: Das hessische Kerncurriculum der Sekundarstufe I für das Gymnasium nennt Blut und Blutgruppen nicht. Zwei unabhängig formulierte Volltextabrufe fanden weder „Blut“ noch „Blutkreislauf“, „Blutgruppe“ oder „Blutgefäß“. Curricular gedeckt ist allein die klassische Genetik — also Einheit 5 dieser Reihe —, und für die Jahrgangsstufe 8 formuliert das Kerncurriculum ausdrücklich keine Kompetenzerwartungen. „Klasse 8/9“ ist deshalb eine Setzung dieser Reihe und keine curriculare Vorgabe. Genau so steht es auch auf Seite 2 jedes Hefts. Die Zuordnung zu einer Jahrgangsstufe trifft in Hessen die Einzelschule; prüfen Sie es am Schulcurriculum Ihrer Schule gegen.
Diese Einheit ist damit die einzige der fünf, die auf einer curricularen Grundlage steht: Das Inhaltsfeld Fortpflanzung und Entwicklung verlangt, dass die Ausprägung von Merkmalen auf Grundlagen der klassischen Genetik ersichtlich wird. Die Blutgruppen sind dafür ein Fall, an dem drei Allele, Kodominanz und ein rezessives Allel an einem einzigen Merkmal gezeigt werden können.
Der Zeitbedarf ist eine Doppelstunde: zehn Minuten Einstieg, dreißig Minuten Erarbeitung mit allen drei ausliegenden Niveaus, zwanzig Minuten Sicherung. Die Angabe beruht auf Erfahrung und steht ohne Quelle da. Weil alles zum Lösen Nötige im Heft steht, trägt die Einheit auch eine Vertretungsstunde oder eine Lerntheke.
Einheit 5 von fünf. Sie schließt die Reihe ab und setzt kein Wissen aus den anderen vier Heften voraus.
Davor stehen Einheit 1 mit dem AB0-System, Einheit 2 mit der Verklumpung, Einheit 3 mit dem Rhesusfaktor und Einheit 4 mit der Bluttransfusion. Die Reihe ist abgeschlossen; es kommen keine weiteren Teile. Alle fünf zusammen ergeben 80 Seiten.
Blutgruppen sind das Kapitel, in dem die Merksätze länger halten als die Sache. „0 negativ passt für alle.“ „AB ist der Universalempfänger.“ „15 % der Menschen sind Rhesus-negativ.“ „Bei AB sind A und B gleich stark dominant.“ Jeder dieser Sätze ist eingängig, jeder ist entweder unvollständig oder in der Sache falsch, und jeder steht in Material, das im Umlauf ist. Wer ihn in Klasse 8 einführt, erzeugt eine Korrektur, die jemand später leisten muss — oft niemand.Dazu kommt das Zahlenproblem. Die vier deutschen Prozentwerte wandern durch Arbeitsblätter, als gälten sie für die Menschheit. Sie stammen aus einer einzigen Erhebung: 624 164 Blutspender aus Baden-Württemberg, veröffentlicht 1995 von Wagner und anderen. Für andere Bevölkerungen sehen sie anders aus, und ohne die Angabe, wer da gemessen wurde, ist die Zahl keine Aussage. Und dahinter steht das eigentliche Problem: In derselben Klasse sitzen Lernende, die eine Tabelle nicht ohne Stütze lesen, und Lernende, die nach zehn Minuten fertig sind.Diese fünf Hefte nehmen beides als eine Aufgabe. Sie behandeln die Blutgruppen von den Antigenen auf der einzelnen Zelle bis zur Vererbung, und sie tun das mit drei Niveaus am selben Gegenstand, mit Zahlen, die ihre Bevölkerung mitbringen, und mit Vereinfachungen, die benannt und begrenzt werden, statt stillschweigend weitergegeben zu werden. Zusammen 80 Seiten, fünfmal sechzehn.Was enthalten istEinheit 1, Das AB0-System. Die Antigene auf der Oberfläche der roten Blutkörperchen, die vier Gruppen, die Antikörper im Plasma — und die Frage, woher diese Antikörper eigentlich kommen. Merkplakat „Die Blutgruppe sitzt auf der Zelle“, große Abbildung „Fünf Zellen, vier Plasmen, eine Formensprache“. 13 Aufgaben, 14 Abbildungen, 12 Karten.Einheit 2, Verklumpung. Wie man einer Blutprobe ihre Gruppe ansieht: die Agglutination, der Unterschied zum Gerinnen und der Bestimmungstest mit seinen vier Feldern. Merkplakat „Ein Antikörper, viele Zellen“, große Abbildung „Vier Muster, vier Blutgruppen“. Am Ende liest die Klasse eine Testkarte ab. 13 Aufgaben, 15 Abbildungen, 12 Karten.Einheit 3, Der Rhesusfaktor. Warum der Rhesusfaktor anders arbeitet als das AB0-System: kein d-Antigen, keine vorgebildeten Antikörper, und Anti-D gehört einer anderen Antikörperklasse an. Merkplakat „Rhesus-negativ heißt: Da ist nichts“, große Abbildung „Zwei Schwangerschaften — und zwei Antikörperklassen“. 13 Aufgaben, 15 Abbildungen, 12 Karten.Einheit 4, Bluttransfusion. Wer darf wem etwas geben? Die eine Regel, aus der sich jedes Feld der Matrix selbst ausfüllen lässt, und die beiden gegenläufigen Matrizen für Zellen und für Plasma. Merkplakat „Es zählt, was die Antikörper treffen“, große Abbildung „Was auf der Zelle sitzt und was ein Präparat davon mitbringt“. 13 Aufgaben, 16 Abbildungen, 12 Karten.Einheit 5, Vererbung der Blutgruppen. Drei Allele an einem Genort, sechs Genotypen, vier Blutgruppen, Kreuzungsschema und Stammbaum — und die Frage, was ein Blutgruppenbefund ausschließen kann und was nie. Merkplakat „Drei Allele — und vier Blutgruppen“, große Abbildung „Fünf Zellen, ein Stammbaum, drei Geltungsansprüche“. 13 Aufgaben, 15 Abbildungen, 12 Karten.Jedes Heft ist gleich gebaut, und der Aufbau ist der Nutzen. Zwei Seiten für die Lehrkraft eröffnen: Einordnung, Ablauf einer Doppelstunde, die drei Niveaus, die Ehrlichkeitstabelle — und eine Tabelle mit neun Sätzen, die über das Thema regelmäßig zu kurz greifen, jeweils mit dem belegten Stand und der Quelle daneben. Dann ein Merkplakat und eine große Abbildung, beide auf A3 kopierbar und zum Aushängen gedacht. Fünf Arbeitsseiten in drei Niveaus. Eine Diagramm- und Datenseite. Ein Kartenblatt mit zwölf Karten zum Ausschneiden. Zwei Lösungsseiten. Eine Fachwortliste mit Selbstkontrolle zum Ankreuzen, dazu fünf Angaben, die in diesem Heft mit Begründung fehlen. Eine Quellenseite mit Belegampel und der Leiste aller fünf Einheiten.Wie die Seiten aussehen, gehört bei diesem Thema zur Sache. Die Hefte sind handgezeichnet gesetzt: gezeichnete Rahmen statt gerader Kästen, Aquarellflächen hinter den Konturen, Beschriftungen und Bildunterschriften in Handschrift, warmes Papier. Der Nutzen ist handfest — eine gezeichnete Zelle mit ihrer Beschriftung daneben erklärt sich schneller als ein Absatz über dieselbe Zelle, und eine Klasse, die zwei Seiten lang Kästen und Fließtext gesehen hat, sieht beim dritten nicht mehr hin.Zusammen sind das 65 Aufgaben, zu jeder eine kommentierte Lösung im Heft, 60 Karten zum Ausschneiden und 75 Abbildungen — vierzehn in Einheit 1, fünfzehn in den Einheiten 2, 3 und 5, sechzehn in Einheit 4. Jede trägt ihre Bildunterschrift und ihre Herkunft.Wie differenziert wirdDie drei Niveaus heißen I, II und III. Sie sind Grade der Unterstützung, nicht Grade der Schwierigkeit, und sie arbeiten am selben Gegenstand. Niveau I gibt die Aufgabe mit Vorentlastung: Fachwörter am Rand, eine vorstrukturierte Tabelle, die Anzahl der gesuchten Lösungen genannt, dazu ein Hilfekasten in zwei Stufen. Niveau II gibt dieselbe Aufgabe ohne jede Stütze — dieselbe Tabelle, wörtlich, dieselbe Frage. Niveau III denkt dieselbe Sache weiter: begründen, ein Modell prüfen und ändern, eine verbreitete Behauptung widerlegen. Kein neuer Stoff, keine Zusatzaufgabe für Schnelle.Ein Beispiel aus Einheit 4, damit klar wird, was „derselbe Gegenstand“ heißt. Der Gegenstand ist eine Matrix mit sechzehn Feldern: Wer darf wem rote Blutkörperchen geben? Auf Seite 6 sind acht der sechzehn Felder schon eingetragen, darunter ein gelöstes Muster, dazu stehen Fachwörter am Rand und die Anzahl der fehlenden Eintragungen. Auf Seite 8 steht dieselbe Matrix mit vier vorgegebenen Feldern, ohne Randwörter, ohne Hilfekasten. Auf Seite 10 wird mit derselben Matrix begründet und der Satz „0 negativ passt für alle“ geprüft. Nicht drei verschiedene Aufgaben, sondern dieselbe Sache mit drei Graden der Unterstützung.In den anderen vier Heften trägt dieselbe Idee einen anderen Gegenstand: eine Tabelle der vier Gruppen in Einheit 1, die Ablesetafel einer Testkarte in Einheit 2, der Vergleich zweier Blutgruppensysteme in Einheit 3, die Tafel der sechs Genotypen in Einheit 5. In jedem Fall steht auf Seite 8 wörtlich dasselbe wie auf Seite 6, nur ohne Stützen.Die Niveaus werden ausgelegt, nicht zugeteilt. Auf jeder Arbeitsseite steht, wohin man geht, wenn es zu leicht oder zu schwer war, und dass der Weg von II zurück zu I kein Rückschritt ist. Kein Blatt sagt, für wen Niveau I gedacht sei. Was zu dieser Form an Befunden vorliegt und wo Belege fehlen, steht in der Ehrlichkeitstabelle auf Seite 2 — auch dann, wenn die Antwort unbequem ist.Was dieses Material von anderem unterscheidetErstens: Die verbreiteten Vereinfachungen werden benannt und begrenzt, nicht stillschweigend weitergegeben. Jedes Heft hat dafür eine eigene Seite mit drei Spalten — was oft dasteht, was belegt ist, welche Quelle das sagt —, und auf ihr stehen neun Sätze. Einheit 1 nimmt sich vor, dass „0“ nicht „nichts“ heißt, Einheit 2 die Verwechslung von Verklumpen und Gerinnen, Einheit 3 das nicht vorhandene d-Antigen, Einheit 4 den „Universalspender“, Einheit 5 die Kodominanz. Kein Verlag wird dabei genannt und kein pauschales Urteil gefällt: Das Fach-Dossier hält ausdrücklich fest, dass ein geprüftes Verlagsblatt von 2011 den Begriff „Universalspender“ selbst für hinfällig erklärt. Jede dieser Korrekturen ist zugleich eine Aufgabe auf Niveau III — die Klasse widerlegt den Satz selbst und formuliert ihn neu.Zweitens: Jede Häufigkeitsangabe nennt die Bevölkerung, die Erhebung und das Erhebungsjahr, und zwar an derselben Stelle wie die Zahl, nicht in einer Fußnote. Die 41,2 % für Gruppe 0 sind an 624 164 Blutspendern aus Baden-Württemberg gemessen; Einheit 1 stellt vier Bevölkerungen nebeneinander, damit sichtbar wird, dass die deutschen Werte für Deutschland gelten und nicht für die Welt. Wo es keine belastbare Zahl gibt, steht die Fehlstelle im Heft statt einer erfundenen Angabe: Jedes Heft nennt auf Seite 15 fünf solche Angaben mit Begründung, und eine Ampel auf der letzten Seite zeigt, was belegt, was uneinheitlich und was nicht belegt ist.Drittens: Zu jeder der 65 Aufgaben gehört eine kommentierte Lösung mit vier Feldern — Nummer, Antwort, woran man es erkennt und womit man es am häufigsten verwechselt. Die Lösungen tragen dieselben Nummern und dieselben Niveaus wie die Aufgaben. Wo mehrere Antworten richtig sind, sagt die Aufgabe das, und die Lösung nennt sie.Viertens: Alle 75 Abbildungen sind eigene Zeichnungen aus einer eigenen Zeichenmaschine — rund fünfzehn je Heft, auf jeder Seite, die etwas zeigen kann. Kein Foto, keine fremde Abbildung, keine fremde Tabellenstruktur, und kein Zeichen des Roten Kreuzes, denn das ist geschützt. Jede Abbildung trägt eine Bildunterschrift, und die Unterschrift arbeitet: Sie sagt, woher die Darstellung stammt, und sie sagt, was das Bild nicht zeigt — dass es schematisch ist, dass es keinen Maßstab behauptet, dass fünf gezeichnete Zuckerketten für sehr viel mehr stehen. Die Testkarten in Einheit 2 unterscheiden verklumpt und klar über die Körnung und nicht über die Farbe, damit sie in der Schwarz-Weiß-Kopie lesbar bleiben; geprüft wurde das im gedruckten PDF bei 180 dpi und in Graustufen. Kein aufrechtes Kreuz kommt in der ganzen Reihe vor: Verneinung ist durchweg das Andreaskreuz, Ankreuzfelder sind leere Quadrate.Und fünftens, weil es beim Thema Blut dazugehört: In keinem Heft wird mit echtem Blut gearbeitet, und das steht nicht als Behauptung da, sondern mit der Fundstelle in der Regel für Sicherheit im Unterricht. Keine Aufgabe fragt nach der eigenen Blutgruppe oder nach der eigenen Familie. Alle Personen in den Vererbungsaufgaben sind erkennbar erfunden.Für wen und wannFür Biologie am Gymnasium, Jahrgangsstufe 8 und 9. Die Reihe ist in Hessen entstanden und nennt Hessen auf jedem Deckblatt; sie ist deshalb nicht auf Hessen beschränkt, denn Blutgruppen sind kein landesspezifischer Gegenstand.Ein Hinweis, der zur Einordnung gehört und den man besser vor dem Kauf liest als danach: Das hessische Kerncurriculum der Sekundarstufe I für das Gymnasium nennt Blut und Blutgruppen nicht. Zwei unabhängig formulierte Volltextabrufe fanden weder „Blut“ noch „Blutkreislauf“, „Blutgruppe“ oder „Blutgefäß“. Curricular gedeckt ist allein die klassische Genetik — also Einheit 5 dieser Reihe —, und für die Jahrgangsstufe 8 formuliert das Kerncurriculum ausdrücklich keine Kompetenzerwartungen. „Klasse 8/9“ ist deshalb eine Setzung dieser Reihe und keine curriculare Vorgabe. Genau so steht es auch auf Seite 2 jedes Hefts. Die Zuordnung zu einer Jahrgangsstufe trifft in Hessen die Einzelschule; prüfen Sie es am Schulcurriculum Ihrer Schule gegen.Eine Einheit trägt eine Doppelstunde: zehn Minuten Einstieg, dreißig Minuten Erarbeitung mit allen drei ausliegenden Niveaus, zwanzig Minuten Sicherung. Diese Zeitangabe ist eine Erfahrungsangabe und steht deshalb ohne Quelle da. Das Material eignet sich ebenso für Vertretungsstunden, für Freiarbeit und für eine Lerntheke — die Lösungen liegen im Heft, nicht beim Lehrertisch. Alle Hefte sind in Schwarzweiß lesbar; Merkplakat und große Abbildung vertragen die Vergrößerung auf A3.Einordnung in die ReiheDie Reihe umfasst fünf Einheiten und ist abgeschlossen; es kommen keine weiteren Teile. Der Weg geht von den Antigenen auf der einzelnen Zelle über den Test, der sie sichtbar macht, und den Rhesusfaktor zu der Frage, wer wem spenden darf, und endet bei der Vererbung. Die Fachwörter bauen aufeinander auf: Eine Aufgabe verwendet nur Wörter der eigenen und der früheren Einheiten.Jede Einheit ist trotzdem für sich einsetzbar. Jedes Fachwort, das eine Aufgabe braucht, wird im eigenen Heft erklärt — auch dann, wenn es zum ersten Mal in einer früheren Einheit vorkam. Wer nur eine Doppelstunde zur Vererbung hat, nimmt Einheit 5 allein; wer die ganze Sequenz unterrichtet, hat mit den fünf Heften Material für mehrere Wochen.
Klassenstufen: 8-9. Klasse
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