Bei dem Textilen Gestalten geht es nicht nur darum, dass Schüler*innen den Umgang mit Stoffen, Nadel und Faden lernen. Sie erwerben dabei eine Vielzahl von Kompetenzen, die ihnen in vielen Lebensbereichen nützlich sein können. Erlernt werden motorische Fähigkeiten, denn das Nähen und Besticken erfordert Feinmotorik und Konzentration. Gleichzeitig wird das räumliche und logische Denken geschult. Schüler*innen, die beim Nähen die einzelnen Arbeitsschritte planen und durchführen, trainieren diese Fähigkeiten. Bei aufwendigeren Projekten kommt oft noch die Teamarbeit hinzu. Um z.B. ein größeres textiles Kunstwerk zu erschaffen, müssen die Schüler*innen miteinander kommunizieren, zusammenarbeiten und sich Aufgaben teilen. In Hauswirtschaft und insbesondere in den Bereichen Nahrungszubereitung, Ernährung & Gesundheit, Hygiene & Sicherheit und Arbeitsorganisation, sind diese Fähigkeiten von großer Bedeutung. Auch das kreative Denken wird beim Textilen Gestalten angeregt und gefordert. Mit verschiedenen Materialien und Techniken können die Schüler*innen ihrer Fantasie freien Lauf lassen und individuelle Kunstwerke erschaffen. Die Fähigkeit, kreativ zu denken und Probleme zu lösen, ist eine Schlüsselkompetenz, die in vielen Bereichen des schulischen und außerschulischen Lebens Anwendung findet. Aber auch Textverständnis und schriftliche Ausdrucksfähigkeit können im Fach Textiles Gestalten gefördert werden. Beim Lesen und Verstehen von Anleitungen sowie bei der Dokumentation der eigenen Arbeit lernen die Schüler*innen, sachlich und präzise zu formulieren. So trägt das Textile Gestalten auf vielfältige Weise zur Förderung der überfachlichen Kompetenzen bei und stellt eine wertvolle Ergänzung zum Unterricht in den anderen Hauswirtschafts-Bereichen dar. Die Lernziele und Kompetenzen, die im Unterricht Textiles Gestalten erreicht werden können, sind somit vielfältig und weitreichend.