Dieses Arbeitsblatt behandelt die Thematik im LB 2 - Leben in einem Rechtsstaat - sich zu Rechtsfällen positionieren sehr ausführlich und versetzt sich in die Lage eines Richters.
Mit einfachen Fallfragen und der Methode Think-Pair-Share sollen die SuS sich mit den einzelnen Fällen auseinandersetzen.
Es zielt darauf ab, das Bewusstsein der Schüler*innen für verschiedene rechtliche und moralische Fragestellungen zu schärfen. Es enthält spannende Textaufgaben, die Schüler*innen dazu anregen, kritisch nachzudenken und fundierte Entscheidungen zu treffen.
Dieses Material enthält:
4 Fallbeispiele – Verteilt auf zwei Seiten, behandelt jedes Fallbeispiel eine interessante ethische und rechtliche Situation.
Fragen zu jedem Fallbeispiel – Unterstützt die kritische Analyse und die Argumentationsfähigkeit der Schüler*innen.
Das Material kann in 1 UE ausreichend behandelt werden und ist erprobt!
Am Ende der Unterrichtseinheit sollte den Schülern ein Tafelbild mit einem allgemeinen Schemata zum Beurteilen von Rechtsfällen an die Hand gegeben werden.
Mögliches Schema:
I. Tatbestand : Welche Straftat könnte begangen worden sein?
II. Vorsatz: Handelte der Täter mit Absicht oder aus Fahrlässigkeit?
III. Rechtswidrigkeit: Gibt es Gründe, die die Handlung (Tat) rechtfertigen? (Notwehr)?
IV. Schuld: Ist der Täter schuldfähig?
Fall 1: Zielt auf die Rechtfertigungsebene ab! Ein Problem des Erlaubnistatbestandirrtums (kurz ETBI)
Fall 2: Zielt auf den Vorsatz ab! (Bei Diebstahl wird auch eine Zueignungsabsicht gefordert) - diese liegt im Fall zum Tatzeitpunkt nicht vor!
Fall 3: Zielt wiederum auf die Rechtfertigungsebene ab und spricht das Thema Selbstjustiz an!
Fall 4: Zielt auf das Unterlassen von Handlungen ab und bespricht die sogenannte Pflichtenkollision!
Weitere Aktivitäten, die für den Einsatz im Unterricht in Frage kommen, aber nicht erprobt sind:
Klassendiskussion:
Ziel: Förderung des kritischen Denkens und der sozialen Zusammenarbeit
Teile die Klasse in kleine Gruppen auf.
Jedem Gruppenmitglied wird ein Fallbeispiel zugewiesen.
Lasse jede Gruppe das Fallbeispiel lesen und die Fragen einzeln beantworten.
Die Schüler*innen diskutieren ihre Antworten innerhalb der Gruppe und präsentieren ihre unterschiedlichen Standpunkte.
Präsentiere die verschiedenen Meinungen im Plenum und führe eine offene Diskussion darüber.
2. Puzzle-Methode:
Ziel: Förderung des Verständnisses und der Analyse durch Zusammenarbeit
Teile die Klasse in vier Expertengruppen, die jeweils ein Fallbeispiel behandeln.
Jede Gruppe beantwortet detailliert die gestellten Fragen und notiert ihre Ergebnisse.
Teile jede Expertengruppe in neue Gruppen auf, sodass in jeder neuen Gruppe ein Mitglied jeder Expertengruppe sitzt.
Die Experten präsentieren in den neuen Gruppen ihre Fallbeispiele und die erarbeiteten Antworten.
Die neuen Gruppen diskutieren alle Fälle und suchen gemeinsam nach möglichen Lösungen und moralischen Wertungen.
3. Vorwissen integrieren:
Ziel: Nutzung des bereits vorhandenen Wissens der Schüler*innen zur Förderung des Lernens
Beginne die Einheit mit einer kurzen Diskussion über allgemeine Kenntnisse im Strafrecht der Schüler*innen.
Bringe die Schüler*innen dazu, ähnliche Situationen aus den Nachrichten oder aus ihrem persönlichen Umfeld zu nennen.
Vergleiche diese Situationen mit den Fallbeispielen im Unterrichtsmaterial.
Lasse die Schüler*innen analysieren, wie ihre bisherigen Kenntnisse auf die neuen Situationen angewendet werden können.
Daraus entwickeln sie ein besseres Verständnis für die rechtlichen und moralischen Aspekte der Fälle.
4. Rollenspiel:
Ziel: Förderung der Empathie und des Verständnisses durch das Hineinversetzen in die beteiligten Personen
Teile die Klasse in kleine Gruppen und weise jeder Gruppe einen der Fälle zu.
Jede Gruppe spielt die jeweilige Situation nach, indem sie die beteiligten Personen darstellt.
Nach der Aufführung diskutieren die Gruppen, wie sich die Charaktere gefühlt haben könnten und welche Entscheidungen sie getroffen haben.
Erstelle mit den Schüler*innen eine Mindmap zu möglichen Entscheidungen und ihren Konsequenzen und diskutiere diese im Plenum.
5. Reflexion und Metakognition:
Ziel: Förderung der Reflexionsfähigkeit und des eigenständigen Denkens
Am Ende der Unterrichtseinheit schreiben die Schüler*innen eine kurze Reflexion.
Sie sollen ihre Gedanken und Gefühle zu den behandelten Fällen aufschreiben.
Dabei beantworten sie Fragen wie „Was habe ich gelernt?“ und „Wie hat sich mein Verständnis von Recht und Moral geändert?“
Die Reflexionen können anonym bleiben, jedoch soll jede*r Schüler*in ihre/seine Gedanken ehrlich und gründlich festhalten.
Nach dem Schreiben können einige Reflexionen freiwillig in der Klasse vorgelesen und gemeinsam besprochen werden.
GK/Politik - zu Rechtsfällen positionieren (Strafrecht)
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